Bodengrund im Aquarium, aber richtig.
18.05.2011 00:07 | B
Bodengrund als Dünger für die Wasserpflanzen im Aquarium.
Neben richtiger Filterung und richtigem Wasser ist der Bodengrund eines Aquariums der mit der Neueinrichtung ja beginnt auch der erste wichtige Faktor zum Start für erfolgreiche Aquaristik.
Hier scheiden sich die Geister in sehr vielen Meinungen, was der richtige Bodengrund ist und es werden auch eine Vielfalt von Wundermitteln für den Boden angeboten, welche das Wasser beleben und Pflanzen in unerschöpflicher Pracht wachsen lassen sollen.
Glauben Sie hier nicht alles, denn zwei teuere, auf dem Markt befindliche Wundermittel bringen immense Probleme, wobei eines davon langsam aber sicher KH und somit pH in das unermessliche ansteigen lässt. Das andere Produkt bewirkt das Gegenteil, es lässt KH und pH bis hin zum Säuresturz abfallen.
Diesen Hinweis bringe ich darum am Anfang meines Berichtes, damit Sie wissen, dass nicht alles gut ist und ich Sie vor Fehlentscheidung auch gerne richtig berate.
Es gibt keine Wundermittel für den Boden, denn das einzige Wunder im Bodengrund vollbringt die Natur selbst, wenn alle Faktoren optimal aufeinander abgestimmt sind.
Ganz klar ist, dass organisches Material, wie Mischungen aus Lehm, Torffasern, oder ähnliches im Bodengrund nichts zu suchen haben.
Darum nicht, weil sich in solchen Mischungen recht schnell, durch Fäulnis Faulschlamm und letztlich Schwefelwasserstoff bilden kann der für Fische und Pflanzen hochgiftig ist.
Ich berate ja schon sehr viele Jahre zu aquaristischen Problemen früher, als ich noch mehr Zeit hatte auch mit eigenem Forum und Schwefelwasserstoff ist sehr oft ein Grund, warum Pflanzen nicht wachsen, oder Panzerwelschen/Bodenfische, oft plötzlich nach oben schießen und tot sind.
Für was brauchen wir im Aquarium Kies/Bodengrund?
Hier wird im Grunde immer angeführt, damit die Pflanzen einen Halt haben und anwachsen können, wobei die Meinungen von Sand bis Baukies der auch als Aquarienkies verkauft wird auseinandergehen.
Richtig ist, dass wir Bodengrund und Dekorationen aus optischen Gründen einsetzen, auch um unseren Fischen eine naturähnliche Umgebung zu bieten in der wir Pflanzen ansiedeln können.
Pflanzen, sind in Ihren Ansprüchen richtige Mimosen die sich in den seltensten Fällen mit einer Schicht Kies oder Sand durch schönes Wachstum bedanken.
Hier kommt noch die wichtigste Funktion des Bodengrundes hinzu, nämlich, dass es in diesem möglich sein soll, dass in diesem auch aerobe, also sauerstoffbedürftige Bakterien existieren können.
Darum, weil diese, was nur bei guter Durchflutung des Bodens möglich ist, auch Nährstoffe für die Pflanzen im Boden aufschlüsseln können.
Für Pflanzen ist die Nahrungsaufnahme über die Wurzeln wichtig, für Sumpfpflanzen, wie Echinodorus, u. a. überlebenswichtig.
Hier sollten nun aerobe Bakterien siedeln und Nährstoffe aufschlüsseln können die logischerweise in pappigem Sandboden nicht vorhanden sein und nicht in diesem leben können.
Vor einigen Jahren griff ich einen Aquarienberater, der ganz normalen Sand auf seinen Seiten empfohlen hatte, deswegen heftig an.
Einige Monate später revidierte dieser seine Einstellung dazu indirekt indem er seinen normalen Sand in feinen Quarzsand umwandelte.
Zwar nicht optimal, denn Sand bleibt Sand wenn auch Quarzsand nicht mehr ganz so pappig fest im Boden liegt.
Hier hat der Berater nur vergessen, dass im Sandboden immer ein anaerobes Milieu vorliegt, also sich in diesem nur fäulbisbildende Bakterien befinden können.
Die Pflanze ist trotzdem bemüht ein aerobes Milieu im Boden zu schaffen, welches diese aber auch sehr viel Energie kostet die anderen komplizierten Abläufen entzogen wird.
Außer dem Sauerstofftransport über die Wurzeln transferiert die Pflanze noch Säuren in die Wurzelumgebung welche zu natürlichen Chelatoren werden die unter anderem auch Eisen pflanzenverfügbar halten.
Durch Abgabe dieser Säuren, z. B. Aminosäuren, schafft die Pflanze auch ein Milieu um die Wurzel herum, welches einen pH Wert von 6,2 – 6,5 hat.
Allgemein ist bekannt, dass Pflanzen in Weichwasser besser wachsen, was auch darin seine Erklärung findet, dass die Pflanze die Energie für andere Bereiche einsetzen kann welche Sie für die Ansäuerung des Bodens aufwenden muss.
Längst kein Geheimnis mehr ist, dass auch Pflanzen über die Wurzeln CO2 aufnehmen können und gerade wieder unsere beliebten Sumpfpflanzen die Echinodorus findet man in der Natur hauptsächlich dort wo CO2 durch Verrottung im Boden gebildet wird.
Der aufmerksame Leser meiner leider immer sehr langen Ausführungen sieht, dass sich der Kreis immer wieder schließt und an Weichwasser oder Wasser mit pH unter 7,0 für Tropenfische und Pflanzen kein Weg vorbei führt.
Kati und Ani verkaufen ist nicht unsere Hauptaufgabe, sondern richtige Beratung zu allen Abläufen im Aquarium, denn nur wenn alles stimmt dann kann es auch funktionieren. CO2 Zugabe bringt z. B. kein CO2 in den Boden ein und wird von den Pflanzen nur über die Blätter aufgenommen.
Mit Weichwasser kommt das CO2 auch in den Boden sofern das Wasser in diesem zirkulieren kann.
Normaler Kies ist nicht ideal da so beschaffen, dass dieser in Schichten ähnlich einer Mauer übereinanderliegt und den Wasserdurchfluss blockiert.
Richtige Bodendeckschicht sollte also ein Kies sein, der einen optimalen Wasserdurchlass gewährleistet und das ist einzig und allen Quarzkies.
Darum, weil dieser nicht kantig und flach, sondern gerundet ist was ideal Wasser durchlässt und zudem gründelnde Fische vor Verletzungen schützt.
Wir empfehlen Quarzkies mit der Körnung von 1,2 – 1,8 mm, denn dieser gewährt einen guten Durchfluss des Wassers, wenn auch der Bodengrund unter diesem noch optimal ist, zu welchem ich dann gleich kommen werde.
Durch die feine Körnung des Quarzkieses können keine Futterreste oder Fischkot in Ritzen des Bodens verschwinden, welche unweigerlich zu Schwefelwasserstoff führen wenn der bakterielle Abbau im Boden nicht funktioniert wie oben beschrieben.
Alleine die Verwertung von mineralisierten Abfallstoffen reicht für Pflanzen ohnehin nicht aus. Pflanzen brauchen hauptsächlich und mengenmäßig in der Reihenfolge CO2 , Kalium, Nitrat, Phosphat und Eisen am meisten.
Erst danach folgen weitere Elemente wobei gerade Kalium oft ein Nullfaktor im Aquarium ist.
Meist daran erkennbar, dass alte Blätter braun werden und nachwachsende Blätter schon grün nachwachsen, bis diese dann auch größer geworden braun werden.
Pflanzen frisch gekauft sind nur darum so wunderschön, weil sie optimal gezogen werden und die Gärtnereien auf optimalste Versorgung mit allen wichtigen Stoffen genauestens achten.
Es ist schwer im Aquarium das richtige Maß zu finden und zu wissen was nun ein Mangelfaktor ist doch kann man mit richtiger Vorsorge viele Probleme verhindern.
Unter dem Quarzkies haben unsere Kunden mit Mischungen aus Zeolith , Pflanzendünger-Bodengrund und Lava Granule die bestem Erfolge mit Pflanzenwachstum weil aus diesen langsam, durch die oben beschriebenen Vorgänge herausgelöst wird was für Pflanzen oft Mangelware ist.
Lava Granule beinhaltet:
Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Silikat. Zudem besteht das Lava Gestein noch aus Stickstoff und Kohlenstoff, sowie zu ca. 5% aus Aluminium.
Zeolith beinhaltet u. a.:
Mangan, Spuren von Kupfer, was wichtig für Pflanzen ist, Zink, Eisen und Bor.
Pflanzendünger Bodengrund besteht aus gebranntem Ton und Lehm mit ebenfalls wichtigen Mineralien.
Für was immer Sie sich als Bodengrund entscheiden, treffen Sie Ihre Entscheidung richtig, denn es ist billiger gleich das richtige zu wählen, als über kurz oder lang neu beginnen zu müssen.
Die empfohlene Menge der 3 Bodengrund-Materialien liegt bei je 3 Kg/l pro 100 Liter Wasser die untereinander vermischt den Boden des Aquariums bedecken.
Über den Bodengrund sollte man unbedingt die empfohlene Pflanzmatte legen auf welche dann der Kies kommt.
Die Pflanzmatte darum, damit Ihnen der grobe Bodengrund durch Pflanzarbeiten oder gründelnde Fische nicht irgendwann unschön auf dem Kies landet.
Hier noch zur Schwefelwasserstoff-Info bei Wikipedia





