Bodenheizung im Aquarium 18.05.2011 10:41

 

Bodenheizung im Aquarium.

 

Pflanzen wachsen nicht weil sie kalte Füße haben, war eines der größten Argumente zum Verkauf von Bodenheizungen und viele Aquarianer glaubten dieses.

Seltsamerweise wachsen Pflanzen in der Natur aber sehr gut ohne Bodenheizungen.
Bei einer größeren Temperaturdifferenz, als diese je in dem im Wohnzimmer stehenden Aquarium gegeben ist.

Was ist also daran, dass Wasserpflanzen mit Bodenheizung besser wachsen sollen?
 
Schon physikalisch bedingt ist es nicht möglich, dass im Boden gewärmtes Wasser nach oben und somit den gesamten Inhalt eines Aquariums umwälzen kann.
Physikalisch richtig ist, dass warmes Wasser nach oben steigt wobei das erwärmte Wasser aber auch wieder physikalische Hürden überwinden muss und das funktioniert nicht wie man es glauben machen möchte.

Erst einmal muss das Wasser im Boden so stark erwärmt werden, dass dieses die Bodenschicht, hier unseren Aquarienkies durchdringen kann.
Dazu ist schon eine Temperatur notwendig die wesentlich höher als die Wassertemperatur im Aquarium sein muss.

Messungen in einem Aquarium mit 26 Grad Wassertemperatur machten deutlich, dass der Temperaturfühler im Boden 29 Grad erreichte bis die Wassertemperatur direkt über dem Kies in Bodennähe mit 26,8 Grad reagierte.

Die Temperatur von 26 Grad veränderte sich allerdings nicht in der oberen Hälfte des Aquariums und blieb konstant auf 26 Grad.
 
Wie ist dieses möglich?

Darum, weil die Sprungschicht des Wassers  einen Wärmeaustausch verhindert.
Um dieses zu verdeutlichen muss man sich vorstellen, dass die Beleuchtung des Aquariums die Funktion der Sonne erfüllt und durch Leuchtstoffröhren und Drosseln die Deckschicht des Wassers stark erwärmt.

Dieses Wasser steht also immer oben weil es die wärmste Zone im Aquarium ist.
Die Wärme der Deckschicht wird nach unten hin weniger und misst man mit zwei Thermometern im Aquarium, einmal im oberen und einmal im unteren Bereich so stellt man den Temperaturunterschied gut fest.
Das wärmere Wasser in der oberen Zone liegt also auf dem kälteren Wasser unten.

Die Funktion des Windes übernimmt unser Filterauslauf  der erst relevant wird wenn wir die Sonne abgeschaltet, also das Licht ausgeschaltet haben.
Mit abschalten des Lichtes und der Wärmequelle kühlt die Deckschicht des Wassers durch die kühlere Raumtemperatur ab und das kühlere Wasser fällt nach unten bis es auf gleich warmes Wasser stößt.
Dieses ist dann die Sprungschicht des Wassers und beide Schichten des Wassers haben nicht nur eine unterschiedliche Temperatur sondern auch eine unterschiedliche Dichte.
 
Was bewirkt also die Bodenheizung wirklich?

Das mit Bodenheizung erwärmte Wasser muss physikalisch bedingt nach oben steigen und das tut es wirklich.
Allerdings nicht mit dem Effekt, dass eine Wasserumwälzung stattfindet die den Bodenbereich dann wieder mit sauerstoffreichem Wasser von oben belebt.

Das Wasser treibt an die Oberfläche und wird bei Abkühlung wieder nach unten transportiert und stößt auf wieder aufsteigendes warmes Wasser mit welchem es wieder nach oben treibt.

Es kann also nicht wieder bis in den Boden gelangen und das Ergebnis ist, dass die Pflanzen zu warme Füße bekommen da dieser Kreislauf unendlich funktioniert ohne aber den gewünschten Zweck zu erreichen.
 
Hohe Temperatur im Boden bedeutet, dass aerobe Bakterien in diesem nicht leben können, denn wir wissen, dass hohe Temperatur diesen schadet.

Abgesehen davon haben wir das Problem, dass die Bodenheizung keine Wasserumwälzung vollbringen kann und selbst im Boden etablierte Bakterien  an Sauerstoffmangel eingehen würden da mit steigender Temperatur auch der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt.
 
Mit Bodenheizung könnten also lediglich, wenn überhaupt anaerobe Bakterien den Boden besiedeln und anaerobes Milieu bedeutet immer Fäulnis.
 
Kein Wunder also, dass Blaualgen-Populationen verstärkt auftreten können, Wurzelfäule die Pflanzen zerstört und Sauerstoffmangel den Bodenbereich dominiert.
 
Wie sinnvoll die Differenztemperatur gegenüber Bodenheizungen ist sollte eigentlich logisch sein, denn auch hier würde der oben beschriebene Kreislauf fortwährend bestehen würde die Aquarienheizung ständig in Betrieb sein.

Dadurch, dass wir die Heizung über Nacht ausschalten kühlt das gesamte Wasser im Aquarium aus und es kann mit Sauerstoff angereichertes Wasser bis in die Bodenregion dringen.

Auf diese Weise erledigte sich bei vielen Kunden das Blaualgen-Problem von alleine, Fische wurden widerstandsfähiger und auch Pflanzen wuchsen deutlich besser.
 
Einige Meinungen zur Differenztemperatur:

P. S.
Das gleiche gilt natürlich für Bodenfluter die den gleichen Effekt wie Bodenheizungen haben auch wenn die Heizleistung geringer ist.
Die Wirkung bleibt logischerweise die gleiche.

 

 

 

B

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