Differenztemperatur im Aquarium 18.05.2011 00:09

Die richtige Temperatur für gesunde Fische und Pflanzen im Aquarium.



Differenztemperatur ist etwas, worüber man in der Aquaristik sehr selten mal etwas hört oder liest.
Sucht man unter diesem Begriff im Internet, dann findet man höchstens Verkaufsangebote, welche Steuerungen für Differenztemperatur beinhalten, ohne aber wissen zu lassen warum.

Dabei ist diese für Fische und Pflanzen ein ganz wichtiges Kriterium, wie eine unserer Studien belegt, an der auch Kunden,  sowie ein professioneller Züchter teilgenommen haben.
Schon nach wenigen Wochen sendeten uns viele begeisterte Stellungsnahmen dazu.

Bei uns dauert es immer etwas länger, bevor wir veröffentlichen und testeten darum 10 Monate in unterschiedlichen Aquarien, mit unterschiedlichem Fisch und Pflanzenbesatz, sowie unterschiedlichen Bodenschichten.
 
Die Ergebnisse waren eindeutig, nämlich, dass Differenztemperatur für Flora und Fauna sehr wichtig sind.
Gesündere Fische und Pflanzen gingen aus diesen hervor und zudem ein besser funktionierendes Ökosystem durch größere Aktivität der nützlichen Bakterien.
 
Hier müssen wir zur Erklärung etwas ausholen denn wir beschäftigen uns sehr viel mit Kundenproblemen wobei es hauptsächlich immer um nicht wachsende Pflanzen, Algen und sterbende Fische geht.

Lesen Sie dazu auch über Keimdruck im Aquarium

Bei einigen Kunden die wirklich alles taten damit Ihre Pflanzen gedeihen, was bei anderen Kunden funktionierte und nur bei diesen wenigen nicht, lag eindeutig an Bodenheizungen.
Kaum waren diese abgeschaltet, erholten sich kränkelnde Pflanzen zu gesundem Wachstum.

Schon an anderer Stelle und vor längerer Zeit, wiesen wir auf die Differenztemperatur in Bezug auf Bodenheizungen und mögliche Folgen hin, da ich darüber vor vielen Jahren mal ein Seminar darüber besuchte.

Aktuell durch Probleme der Nutzer von Bodenheizungen, (lesen Sie den Bericht über Bodenheizungen um die wirkweise der Differenztemperatur zu ergründen) fingen wir unsere Recherche in den Tropen an.
Leider waren wir nicht selbst dort, fanden aber viel zu den Temperaturen dort heraus und dies besonders zu den nächtlichen Temperaturen in der Heimat unserer Zierfische.

Diese kommen aus tropischen oder subtropischen Gebieten, in welchen die Temperaturbedingungen unterschiedlich sind. Tropische Gebiete haben eine Durchschnittstemperatur von 22 Grad bis 27 Grad und subtropische von 10 Grad bis 27 Grad.
 
In den Tropen sind Tag und Nacht mit 12 Stunden gleich lang, weshalb wir auch an anderer Stelle die Beleuchtungszeit von 12 Stunden empfehlen. In den Gewässern der Tropen, wie in den Tropen selbst, gibt es in der Nacht immense, bis extreme Temperaturschwankungen, je nach tropischer Zone.

Der Amazonas selbst ist in einigen Gebieten sogar sehr kalt, nämlich dort beginnend, wo Eiswasser aus den Bergen in diesen geführt wird.

So ist nicht verwunderlich, dass die Amazonas Schwertpflanze Echinodorus, je nach Art in Gewässern mit 20 Grad und auch solchen mit 27 Grad vorkommt.
Die Echinodorus je nach Gebiet, überstehen sogar auch mittlere Temperaturen  sehr gut.
Fazit für Liebhaber dieser schönen Pflanze, dass nicht alle Echinodorus ständige Temperatur von 30 Grad brauchen, oder gar unbeschadet überstehen.


Bleiben wir aber bei den Gewässern unserer Zierfische und Pflanzen und gehen hier von einer durchschnittlichen Temperaturabsenkung des Wassers von 3 Grad bis 6 Grad in der Nacht unter normalen Bedingungen aus die wir unsere Differenztemperatur nennen.
 
Auch unsere Pflanzen und Fische haben Probleme ständig hohe und gleich hohe Temperaturen zu verkraften was für uns Menschen ja nicht anders ist.
Anpassung ist immer nur bis zu einem gewissen Maß möglich und darüber hinaus übersteigt es die natürlichen Empfindungen.
 
Nun wieder zu unseren Versuchen mit der Differenztemperatur die wir, was die Pflanzen angeht mit einer natürlich Nachtabsenkung, einfach durch schalten der Regelheizer über eine Zeitschaltuhr steuerten.

Dabei stellten wir fest, dass eine Nachtabsenkung der Temperatur sich positiv auf verschiedene Pflanzenarten auswirkte.

Versuche wurden immer mit Topfpflanzen, die wir in der Menge teilten, in zwei Becken, mit und ohne Temperatursenkung, unter ansonsten gleichen Bedingungen gemacht.


Unter anderen mit Echinodorus Tennelus, das ist diese kleinblättrige, grasähnliche Pflanze und Echinodorus Bleheri, großblättrig, für Mittel oder Hintergrund.
 
Wir staunten nicht schlecht über die Entwicklung der Pflanzen in dem Becken, wo wir die Heizung mittels Zeitschaltuhr um 19.30 Uhr ab und um 6.30 Uhr wieder einschalteten.
Hier ging die Temperatur von 26 Grad bis auf  21 Grad, je nach Beckengröße herunter
Je nach Raumbeheizung auch nur auf  23 - 24 Grad.
 
Die kleine Echinodorus hatte innerhalb von 14 Tagen die ersten Ausläufer mit 5 neuen Pflänzchen gebildet, während die in dem Becken mit durchgehender Temperatur von 26 Grad gerade begann einen Ausläufer zu bilden.

Die große Echinodorus bekam im Becken mit durchgehender Temperatur schon nach zwei bis drei Tagen in der Mitte einiger Blätter die berüchtigten braunen Stellen während die Pflanzen mit Nachtabsenkung diese nicht, bzw. minimal bekamen.


Gleichwohl waren bei beiden Bleheri die neu gewachsenen Blätter dann aber gesund.
 
Hierzu muss ich sagen, dass wir nicht gerade einfachste Pflanzen zu diesem Test ausgesucht haben und dafür in beiden Becken optimalste Bedingungen für Sumpfpflanzen, welche diese sind, geschaffen haben.


In unserer nächsten Studie, ich hoffe, dass wir bald dazu kommen, werden wir auf die verschiedenen Bedürfnisse von Sumpf und Wasserpflanzen eingehen.

Nun kommt es aber noch besser, wobei wir uns auf die fundierten Aussagen unseres Züchters verlassen, wenn auch unsere Kunden und wir feststellen konnten, dass wir wesentlich agilere und farbenprächtigere Fische, besonders am Morgen beobachten konnten.

Auch in unseren verschiedenen Gesellschaftsbecken fahren wir mit Nachtabschaltung der Heizung, wie oben beschrieben.



Wir halten unsere prächtigen Diskus übrigens auch mit maximal 26 Grad Temperatur, mit immensen Vorteilen für diese.

30 Grad Wassertemperatur sind nicht einmal zur Zucht nötig , denn  wir und viele unserer Kunden erhielten auch prächtige Nachzuchten mit 26 Grad Wassertemperatur.


Nicht Temperatur ist zur Zucht von Diskus maßgeblich entscheidend, sondern das richtige Wasser mit geringem osmotischen Druck, geringem Keimdruck und dem richtigen pH-Wert.

Unser Züchter, der neben einigen anderen Weichwasser-Fischen auch Diskus züchtet, hat mit der Nachtabsenkungsmethode der Heizung wesentlich gesündere und widerstandsfähigere Fische als mit ständig gleicher und hoher Temperatur.

Wir kennen es selbst, dass die meisten Jungfische sich prächtig entwickeln und wenige andere wie Hungerleider gegen diese wirken.
Diese werden auch nie prächtige Fische, was nichts mit Fressverhalten zu tun hat, sondern nur damit, dass diese einen Schaden durch die Hälterung haben.


Mögliche Gründe gibt es viele, doch laut dem Züchter sind mit Nachtabsenkungs-Temperatur wesentlich weniger Fische betroffen.

Eindeutige Meinung zweier Biologen zu diesem Thema ist, dass die Fische mit Nachtabsenkungs-Temperatur wesentlich widerstandsfähiger sind, zu vergleichen mit Menschen die viel an der frischen Luft sind.
 
Natürlich ist das noch nicht alles, denn noch etwas, außer dem Geldbeutel, spricht eindeutig für die Temperatur Nachtabsenkung, was auch der Grund für das Wachstumsverhalten der Pflanzen ist, nämlich der Wasseraustausch im Boden.


Dieser kann bei beständigen 26 Grad im Becken gar nicht stattfinden, ist aber gerade für die aeroben Bakterien im Boden überlebenswichtig.

Wie sonst sollen diese Sauerstoff bekommen?

Die Regel ist, dass Wurzelpflanzen, von Bakterien aufgeschlüsselte Nahrung über das Wasser aufnehmen und dass Sie über die Wurzeln Sauerstoff in den Boden abgeben.


Hierzu müssen Pflanzen aber erst mal kräftige Wurzeln entwickeln können, die dann den gesamten Boden durchflechten.
Hierfür sind gerade Echinodorus und Cryptocoryne ein sehr gutes Beispiel.

Über die physikalischen Eigenschaften des Wassers, die sehr stark temperaturabhängig und druckabhängig sind, möchte ich hier keinen Vortrag halten sondern mich darauf beschränken, was im Aquarium passiert.

Nehmen wir eine Temperatur von 26 Grad, mit guter Oberflächenbewegung des Wassers, so passiert folgendes:
Durch die Oberflächenbewegung des Wassers wird kühlere Raumluft in das Becken gebracht.
Die Heizung schaltet sich ein und erwärmt das Wasser wieder.

Physikalisch bedingt steigt warmes Wasser nach oben und das Spiel geht weiter.
Wasser wird durch Raumluft gekühlt, Heizung geht an, Wärme geht nach oben weg.


Was passiert mit dem Wasser in der kälteren Region, nämlich dem im Boden?
Gar nichts, denn das Wasser bleibt einfach stehen, auch dadurch bedingt, weil man davon ausgehen kann, dass die Temperatur im Boden durch Auflagefläche des Aquariums um 0,5 - 1,0 Grad, geringer als im Becken ist.

Kein Wunder, dass die Pflanzen kalte Füße haben, was das Hauptargument zum Verkauf von Bodenheizungen ist, die unserer Meinung nach völlig sinnlos sind und wesentlich größere Probleme durch Stauwärme im Bodenbereich für die Pflanzen bringen.


Pflanzenwachstum stagniert garantiert nicht durch Untertemperatur im Boden sondern durch Nährstoffunterversorgung in diesem siehe auch Bodengrund im Aquarium

Mit Temperatur Nachtabschaltung passiert folgendes:

Das Wasser im Becken wird durch die Raumluft wieder gekühlt, doch die Heizung kann ja nicht angehen, weil diese über die Zeitschaltuhr ausgeschaltet ist.
Das Wasser im Becken kühlt durch die Raumluft schneller ab, als das im Boden und weil warmes Wasser nach oben steigt, wird kaltes,  mit Sauerstoff angereichertes Wasser in den Boden gebracht.

Frischwasser für die Pflanzen also, mit ausreichend Nährstoffversorgung und mit den Vorteilen, dass keine Wurzeln mehr abfaulen, sich keine Faulgase mit hochgiftigem Schwefelwasserstoff mehr bilden und aerobe Bakterien im Boden leben können..
 
Damit möchten wir es dann auch dabei belassen, auch wenn es sicher noch viel zu diesem Thema zu schreiben gäbe.

Fazit:
Ob Abbau organischer und anorganischer Stoffe, Entwicklung von Mikkroorganismen, Löslichkeit von Gasen (Sauerstoff). und vieles mehr ist temperaturabhängig.

Die Wassertemperatur regelt die Funktionen der Ökosysteme und nimmt besonders Einfluss auf die wichtigen Mikroorganismen die nur in gewissen Temperaturbereichen überleben können.

Je höher die Temperatur, desto mehr verlieren diese die Fähigkeit zu Atmung, Wachstum, Verstoffwechselung und Beweglichkeit.


Differenztemperatur kostet nichts und ist aquarichtig.
 

Auszug zur Differenztemperatur aus dem Forum Einrichtungsbeispiele.de

Hallo,

ich kann es nur empfehlen. ich mache das schon lange mit sehr guten Ergebnissen.
Deinen Fischen macht das gar nichts da auch in der Natur die Temperaturen schwanken. Ich wende viele Tipps von Aquarichtig an.
Also bisher haut alles genau so hin wie die es schreiben. Auch die Empfehlungen in Bezug auf die Filterung kann ich nur bestätigen.

Gruß
Ronny

Auszug aus einer Kunden E-Mail vom 03. 04. 2011

ich finde die Tatsache, dass ich 5 mittelgroße Diskus in einem 240 Literbecken bei guter Wasserqualität hältern kann ist ein weiterer Beweis dafür, dass das Aquarichtigprinzip funktioniert.
Ich habe alle Ratschläge umgesetzt.
Von der Außenfilterbestückung mit Zeolith,
Bodengrund, Differenztemperatur, Komplexdünger etc.
Bei mir steigt der Nitratwert in ca. 6 Wochen von ca. 10 auf etwa 25.
Und das bei Überbesatz und reichlicher Fütterung!
Hätte nie gedacht, dass ich einmal ein Aquarium ohne ständige Eimerschlepperei, mit optimalem Wasser für meine Tiere betreiben könnte!!

Vielen Dank an alle Beteiligten!!

Noch einen schönen Sonntag und einen guten Wochenstart!

Gruß
Frank B

 





Die richtige Temperaur für Fische und Pflanzen ist für diese von Bedeutung.

 

 

 

Ständig hohe Temperaturen sind eine Belastung für alle Organismen.

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