Indirekter Wasserwechsel im Aquarium mit Vollentsalzer. 18.05.2011 00:13

Info zu indirektem Wasserwechsel durch Vollentsalzer im Aquarium.

Um Verunsicherung vor zu beugen sehen wir uns wegen einiger panikmachender Ausführungen den indirekten Wasserwechsel betreffend veranlasst darauf zu reagieren.

AquaRichtig hat den indirekten Wasserwechsel nicht erfunden der schon seit Jahrzehnten von erfahrenen Aquarianern und Züchtern erfolgreich praktiziert wird.

Indirekter Wasserwechsel und AquaRichtig gehören trotzdem zusammen, weil wir diesen propagierten und unsere Ausführungen dazu für kräftigen, meist unqualifizierten Aufruhr sorgten. (Sulfate werden nicht entfernt, die ja keine Anionen sind – oder doch?)

Wir machten Vollentsalzer mit Tausenden verkauften Geräten vor  Jahren erst in Ebay wegen vieler Vorteile dieser, gegenüber anderer Wasseraufbereitungsmöglichkeiten erst wieder richtig publik indem wir unsere Kunden mit ausführlichster Anleitung zu erfahrenen Nutzern machten. Hunderte praktizieren darum inzwischen erfolgreich den indirekten Wasserwechsel.

Vollentsalzer arbeiten im Aquarienkreislauf eingebunden im sogenannten Halbwertverfahren was bedeutet, dass bei einmaligem Durchlauf des Aquarienwassers durch die Geräte alle Salze des Wassers, also alle Kationen und Anionen um die Hälfte reduziert werden.
Bei Betrieb über  die Wasserleitung werden dagegen alle Salze direkt entfernt und wir erhalten entmineralisiertes Wasser mit KH und GH 0

Was ist ein indirekter Wasserwechsel überhaupt?

Nichts anderes als ein richtiger Wasserwechsel mit dem einen gravierenden Unterschied, dass wir diesen mit reinem Wasser ohne jegliche schädlichen Belastungen durchführen.
Leitungswasser enthält oft unerwünschte Stoffe die Fischen und Pflanzen zusetzen können.

Phenole sind zum Beispiel ein Thema, um nur eines zu nennen, dem in der Aquaristik viel zu wenig Beachtung zuteil wird.

Dass Vollentsalzer gegenüber allen anderen Wasseraufbereitungsmöglichkeiten das beste Wasser erzeugen ist nicht strittig und vor allem, dass mit Kationen und Anionenaustauscher jeder gewünschte pH eingestellt werden kann.

Fische und Pflanzen kann man nicht einfach umstellen, denn selbst in Leitungswasser gezüchtete haben ihren Uranspruch an Wasserqualität und vegetieren in Salzlake (hohem Leitwert) mehr oder weniger, um das überleben kämpfend dahin.

Aus diesem Grund warnen wir auch vor dauerhaftem Einsatz der mit Kochsalz regenerierbaren Nitrataustauscher.

Unglaublich, dass man AquaRichtig als Mitbewerber so hin zu stellen versucht als ob man keine Ahnung von der Materie hätte und seine Kunden dazu bringen würde die Fische mit CO2 zu vergiften.

Fachwissen bedeutet, dass maximal 60 l/h Wasser durch Vollentsalzer fließen sollten um einen idealen Ionenaustausch zu gewährleisten.
Fachwissen bedeutet auch, dass der stark saure Kationenaustauscher einen pH Ausgang von ca. 3,5 und nach dem Anionenaustauscher noch einen pH Ausgang von 5 – 6 hat.

In dem Kationenaustauscher reagiert die zu entfernende Karbonathärte natürlich zu CO2 welches in dem Anionenaustauscher etwas abgepuffert wird.

Klar, dass auch die Karbonathärte des Aquarienwassers bei pH 5 – 5,5 durch das stark saure CO2 ebenfalls noch leicht zu CO2 reagiert und es so passieren kann, dass der pH Wert im Aquarium bei „unqualifizierter“ Handhabung durchaus auf pH 5,0 abfallen kann und klar, dass die Fische dann oben stehen weil Sie mehr CO2 als Sauerstoff veratmen.

Aber wer tut so etwas seinen Fischen schon an???

AquaRichtig und AquaRichtig Kunden mit Sicherheit nicht, die auch keine 120 Liter Wasser in der Stunde durch die Vollentsalzer jagen sondern indirekten Wasserwechsel bedacht nach Anleitung und in Etappen machen.
Dass bei einer Durchflussleistung von mehr als 60 l/h der Ionenaustausch bei diesen kleinen Säulen nicht mehr richtig gewährleistet ist sollte man allerdings wissen.

AquaRichtig Kunden verwenden die Vollentsalzer auch nicht als Mulmsauger sondern filtern sauberes Wasser über den Auslauf des Außenfilters durch diese, bzw. verwenden eine feine Schwammfilterpatrone im Betrieb der Vollentsalzer mit Kreiselpumpe.

Und wieso kann kurzzeitige CO2 Aktivierung für Pflanzen gefährlich werden?
Jeder Biologie-Student im erstem Semester weiß, dass die Verfügbarkeit von Nährstoffen für Wasserpflanzen am besten zwischen pH Werten von 6,0-6,5 gewährleistet ist. 

Genauso goldig ist die Empfehlung vollentsalztes Wasser Leitungswasser zu verschneiden.
Das ist ja so als würde man einen guten Eiswein mit Wasser verdünnen.

Viele Stoffe die im Leitungswasser enthalten sein können wollen wir ja gerade in unseren Aquarien nicht haben und darum bieten viele renommierte Hersteller Mineralsalze an um reines Wasser ohne irgendwelche zusätzlich belastende Stoffe auf härten zu können.

Was nutzt es einen Aquarianer ein Wasser mit KH 10, GH 20 und 50 mg/l Nitrat, was keine Seltenheit ist, mit vollentsalztem Wasser zu verschneiden.
Rein gar nichts weil die Bedingungen für Fische und Pflanzen dadurch nicht wesentlich besser werden.

Witzig ist auch die Empfehlung, wenn man schon einen indirekten Wasserwechsel macht – macht man diesen nun, oder doch nicht??? – einen Kohlefilter vor dem Vollentsalzer zu betreiben.

Dass es den Harzen nichts, aber auch rein gar nichts aus macht wenn diese mit Schmutzwasser in Berührung kämen, was Aquarienwasser ja nicht ist, können Sie im Lexikon unter Vollentsalzer oder Osmoseanlage – Pro und Contra nach vollziehen.

Bis Heute, den 17.05.2011 hat sich unseres Wissens nach kaum ein Anbieter von Vollentsalzern mit der Komplexität der Wirkweise der Vollentsalzung wirklich auseinander gesetzt.

Oder haben Sie bis Heute schon einmal irgendwo gelesen, dass durch den stark sauren Kationenaustauscher auch die Keime im Aquarium reduziert werden?

Man konzentriert sich lieber auf den Verkauf mit allen Mitteln, die dann Stellungsnahmen wie diese überhaupt erst nötig machen.

Statt zu versuchen irgendwelche Geräte mit total überdimensionierten Gartenschlauchanschlüssen als besonders gut und innovativ zu propagieren sollte man besonders gut mit der Materie vertraut sein.
Hierzu gehört auch Schlauchmaß, Wasserdurchfluss und Wirkungsgrad der Ionenaustauscherharze.

Sinn, gemäß der versuchten Panikmache würde dieser Tipp einen Kohlefilter zu verwenden dann machen, wenn dieser nach dem Vollentsalzer eingesetzt würde um das durch die Vollentsalzung entstehende CO2 zu adsorbieren.
Aber das wollen wir aquarichtig gar nicht da das durch die Vollentsalzung aktivierte CO2 begierig von den Pflanzen aufgenommen wird und das ohne gefährlich für sie, oder bei richtiger Anwendung für Fische zu sein.

Lesen Sie zu guter Letzt noch einige Nutzererfahrungen zum indirekten Wasserwechsel in den Links unten und machen Sie sich selbst Ihr Bild.

http://www.flowgrow.de/technik/indirekter-wasserwechsel-mit-ionenaustauscher-t885.html

http://www.aquarium-ecke.info/viewtopic.php?t=113&sid=de0fc7930b39f2460c497991a36c63ac

 

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