Keimdruck im Aquarium - oft eine tödliche Gefahr 18.05.2011 00:15

Keimdruck im Aquarium, oft eine tödliche Gefahr.

 


Die Wasserqualität im Aquarium wird auch von dem Keimdruck, der Keimdichte bestimmt.

 


Was ist der Keimdruck überhaupt?

 


Dies ist für uns bei weitem kein neues Thema, denn damit beschäftigen wir uns schon seit Jahren und auch in der Algenbekäpfung haben wir unter anderem durch Reduzierung des Keimdruckes beachtliche Erfolge erzielt.
Keimdruck und Algen stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang, besonders mit Blaualgen (Cyano Bakterien)) und hier arbeiteten wir mit einigen Studenten Monate an diesem Thema.

Der Keimdruck des Wassers wird zwar hin und wieder in Berichten erwähnt, aber eigentlich nie hinterfragt und somit auch nicht ausführlich beschrieben.

Fischkrankheiten die nicht selten mit dem Tod enden sind oft auf einen zu hohen Keimdruck zurück zu führen und auch ein direkter Zusammenhang zwischen diesem und Algen besteht.
Der Einfluss des Keimdruckes auf nicht wachsende und kränkelnde Pflanzen ist somit auch nicht von der Hand zu weisen.

Mit dem Wissen, dass sich Keime in rasender Schnelle von 20  Minuten verdoppeln können, kann sich der Aquarianer vorstellen welchen Belastungen das Aquarium innerhalb von 3 Tagen ausgesetzt sein könnte.

Bei hoher Temperatur entwickeln sich die Bakterien, Keime noch schneller  und wöchentlicher Wasserwechsel ändert daran nicht viel und ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Der Keimdruck wird zwar momentan gesenkt was aber direkt wieder Raum für weitere Keimdichte bietet.

Keine Sorge, Sie müssen nun nicht Ihr Wasser des Aquariums auf Keime untersuchen lassen und auch nicht in Panik verfallen, denn Mikroorganismen wachsen, sterben und fressen sich gegenseitig auf.

Gäbe es keine natürliche Regulierung so gäbe es auf der Welt nur noch eine Art Mikroorganismen und wahrscheinlich auch keine Menschen und kein weiteres Leben mehr.
Mikroorganismen gehören zum Kreislauf des Lebens und die meisten sind unschädlich und nützlich weil sie den biologischen Kreislauf des Lebens aufrecht erhalten.

Es gibt aber auch einige (viele) schädliche Mikroorganismen die verantwortlich für Infektionen bei Menschen, Tieren, Pflanzen und oft todbringend sind.
Ob bei hoher Keimzahl gute oder nützliche überwiegen kann man auf Grund des Ergebnisses einer hohen Keimdichte aber nicht so einfach bestimmen.

Also keine Panik, zumal der Aquarianer mit einfachsten Mitteln auch eine erhöhte Keimzahl vermeiden kann.

Im Aquarium herrscht auch ein ständiges fressen und gefressen werden und solange die Kette des Futters für alle Kleinstlebewesen nicht unterbrochen wird, solange funktioniert auch das System.
Die Selbstreinigung von Gewässern ist eine Grundlage für das funktionieren dieser und die findet täglich unsichtbar für uns, viele tausendmal im Aquarium statt.

Solange ein Aquarium ohne größere Probleme wie sterbende Fische oder ein überhandnehmen von Algen läuft braucht man sich um Keimzahlen keine Gedanken machen.

Lediglich wenn Fische sterben und Pflanzen nicht wachsen, wir Nitrit, Schwefelwasserstoff und Ammoniak als Ursachen ausschliessen können sollte man die Keimdichte, aber auch giftige Phenole in Betracht ziehen.

Ein sicheres Indiz, dass der Keimdruck des Wassers zu hoch sein könnte ist übrigens stark anfallender Mulm im Aquarium.
Wenn man wöchentlich Mulm absaugen muss dann stimmt etwas mit dem biologischen Gleichgewicht nicht.
Die meisten unserer Kunden müssen keinen Mulm absaugen weil dieser erst gar nicht entsteht und der Zersetzungsprozess funktioniert.

Hier möchte ich eine Lanze für meiner Meinung nach gequälte Fische brechen die bei Temperaturen von 28 und mehr Grad widernatürlich und krankmachend gehalten werden.
Besonders Diskus, Skalare, andere Salmler, Zwergbuntbarsche und weitere mit diesen gehaltene Zwangsbewohner, sowie Pflanzen in solchen Aquarien sind davon betroffen.
Zwangsläufig auch von einer höheren Keimdichte, durch häufigere und aufwendigere Fütterung z. B. bei Diskus bedingt.



 

 

K

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