Natriumhydrogenkarbonat zum aufhärten der Karbonathärte oder doch nicht? 07.06.2012 20:22

 

Natriumhydrogencarbonat zur Aufhärtung der Karbonathärte (KH) im Aquarium.

 

Natrium blockiert die Kaliumaufnahme von Pflanzen.

 

Zu viel Natrium löst osmotischen Stress aus.

Unsere Kunden sind die Besten, denn einer schickte uns Gestern, den 12.09.2012 den Link unten, deshalb auch vorab hier ganz oben eingestellt, da viele den Artikel schon kennen.

Alleinige Anhebung der Karbonat-Härte mit Natriumhydrogencarbonat ist für Weichwasserfische und generell für Aquarien ungeeignet.
Quelle:
http://animal-behaviour.philadb.com/?site=news&nid=169

Auch die Zugabe von Gips wurde hier erwähnt und der Leser kann mehrfach erkennen, was so manche in Foren kursierenden Tipps, die Wasserwerte beeinflussend, wirklich wert sind.

Es ist schön, dass sich auch schon eine andere Aquaristik-Seite intensiv mit Auswirkungen solcher Tipps auf das Wasser-Milieu beschäftigt hat.  

Auch Prof. Blume widmete sich auf Grund einer Anfrage ausdrücklich extra zu diesem wichtigen Thema für die Aquaristik!

Bei Natriumhydrogencarbonat oder Kaliumhydrogencarbonat handelt es sich nicht um echte Karbonat-Härte-Bildner, die einzig und alleine Calciumhydrogencarbonat und Magnesiumhydrogencarbonat sind.

Auch H. J. Krause, sicher für Aquarianer glaubwürdiger als irgendwelche notorischen Besserwisser, führt an, dass es zu Problemen im Aquarium führt wenn das Wasser vorwiegend Natriumhydrogencarbonat, statt der wichtigen Erdalkali-Ionen enthält.

(Sehr viele Aquarianer, die genau solchen Tipps folgten, die nur Natriumhydrogencarbonat und Gips zum aufhärten des Wassers verwendeten bestätigten, dass sich schlechter Pflanzenwuchs und Algenprobleme mit richtiger Aufhärtung des Wassers erledigt hatten.)

Die Karbonat-Härte ist ein Puffer um gravierende Veränderungen des pH-Wertes nach unten oder oben zu verhindern.
Wird die Karbonat-Härte im Wasser verbraucht, so ist schnell der pH-Sturz nach unten Realität.
Besonders wenn der Säure-Basen-Haushalt zu Gunsten der Säuren liegt.
Hier können schon mikrobakterielle Tätigkeiten durch Zersetzung von Abfallstoffen zur pH Senkung führen.

Calciumhydrogencarbonat und Magnesiumhydrogencarbonat entsteht im Wasser durch Kohlendioxid (C02) wobei Kohlensäure entsteht.
Ein Anteil der Kohlensäure reagiert zu Wasserstoff-Ionen und Hydrogencarbonat-Ionen.

Das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht, oder Puffer-System spielt die wichtigste Rolle zur Stabilisierung der Werte und ist dieses in Ordnung kann man durchaus auch eine Karbonat-Härte von 0,5 fahren wie viele Züchter dies tun.
Hier wird das Gleichgewicht durch andere Parameter des Wassers gestützt.

Dem Leser ist jetzt sicher klar, dass es durch Zugabe von Natrium oder Kaliumhydrogencarbonat keinen Kalk-Kohlensäure-Puffer geben kann.

Die Folge ist Absturz des pH-Wertes, der nach unten geht wenn der Kohlensäure-Gehalt des Wassers hoch ist, oder nach oben, wenn der Gehalt gering ist und biogene Entkalkung des Wassers statt findet.

Wasserwerte bleiben stabil wenn Calcium und Magnesiumhydrogencarbonate vor liegen und ausreichend CO2 im Wasser ist.
Wasser mit Ersatz-Hydrogencarbonaten ist eine Gefahr.

Aufhärte-Salze müssen zwingend aus Calcium, Magnesium und Kalium bestehen und nicht aus Ersatz-Hydrogencarbonaten.

Leider sind bei Aufhärte-Salzen selten Inhalts-Angaben zu finden, sondern es wird pauschal Hydrogencarbonat deklariert.
Die handelsüblichen KH-Test messen nur Hydrogencarbonat, egal ob echtes Hydrogencarbonat aus Calcium und Magnesium, oder Natrium und Kalium.

Auch diesen Artikel gestalten wir fachlich und sachlich ohne auf Foren-Blödsinn ein zu gehen.
Auch hier wurde sogar Natriumhydrogensulfat zur Aufhärtung des Wassers empfohlen.

Natriumhydrogensulfat wird unseres Wissens nach noch von einem Hersteller zwecks diesem Einsatz vertrieben, allerdings ausdrücklich mit dem Vermerk: "Nicht für Pflanzen-Aquarien geeignet."

Hintergrund ist hier, dass vor Jahren sehr viele Aquarianer Ihre Aquarien neu einrichten mussten, weil die Pflanzen matschig geworden sind und die Aquarien mit Verlust des gesamten Fischbestandes kippten.
 

Natriumhydrogensulfat ist auch Bestandteil von WC-Reinigern und wird als "reizender" Stoff eingestuft, eine tolle Empfehlung das im Aquarium zu verwenden was in Schwimmbädern eingesetzt wird - Respekt!

Hydrogensulfat ist lediglich eine mittelstarke Säure und Natriumhydrogensulfat zerfällt in Wasser zu Natrium, Sulfat und Oxonium-Ionen.

Auch hier gilt alles zum Thema Natrium, welches in Süßwasser-Aquarien im Grunde unerwünscht ist.

Wer solche Tipps gibt sollte richtig informieren und Aquarianer nicht zu Versuchskaninchen machen, die Schleimhäute von Fischen außer Acht lassend!

Zu viel Salz verdirbt jede Suppe und schädigt Fische und Pflanzen durch Erhöhung des osmotischen Druckes.

Bei Pflanzen wird durch Natrium die Wasseraufnahme und der Wasser-Transport eingeschränkt die mit Nährstoffmangel und somit schlechterem Wachstum verbunden ist.

Dies weiß jeder, der nur minimal mit Biologie und Pflanzenphysiologie vertraut ist. 

Aber nun wieder zu dem Natriumhydrogencarbonat als KH Härtebildner für das Aquarium:

Zu diesem Artikel  wurde nun eindeutig klar gestellt, dass dieser  sachlich und fachlich richtig ist.

AquaRichtig hat kein Interesse daran jemanden zu schaden, sondern nur daran bei Problemen zu helfen und auf zu zeigen wodurch diese entstehen können.

Dabei bestätigte sich zigfach, dass der verbreitete Tipp der Natriumzugabe mit Vernachlässigung der wichtigsten Erd-Alkali-Ionen die Ursache war.

Es bestätigte ein Großteil der Leser dieses Artikels die beschriebenen Probleme dieser vernachlässigenden Art der Wasseraufbereitung.
 

Um was geht es überhaupt in diesem Artikel?

 

Darum doch, dass eine Wasseraufbereitung, also Erhöhung der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat oder Natriumcarbonat die wichtigen Wasserparameter außer Acht lässt und es zu einer Unterversorgung des für Fische und Pflanzen wichtigen Magnesiums, Calciums und Kaliums, mit gravierenden physiologischen Folgen kommt.

Deswegen, weil diese Stoffe essentiell, also lebenswichtig, als Cofaktoren für viele weitere Abläufe sind.

Wäre es nur darum gegangen die Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat in Verbindung mit Magnesium, Calcium und Kalium (im richtigen Verhältnis),  zu erhöhen, dann hätte das noch Sinn gemacht, denn lediglich Natriumhydrogencarbonat zu verwenden ist lächerlich. 

Damit sind wir auch schon beim ersten wichtigen Thema, denn man hat gar nicht begriffen, dass zwischen Soda, (Waschsoda) Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat nur unwesentliche Unterschiede bestehen.

Was ist Soda überhaupt?

Soda besteht aus Natriumcarbonat mit der Formel Na2CO3-10H2O

Es gibt einige natürliche Vorkommen, sogenannte Soda-Seen ohne jegliches Leben auf der Welt.

Für den gesamten, weltweiten immensen Bedarf an Natriumcarbonat reichen die weltweit natürlichen Vorkommen längst nicht aus.

Was ist Natron?

Natron ist die englische Bezeichnung für Soda.

Natron ist die deutsche Bezeichnung für Natriumhydrogencarbonat.

Was ist Bullrich-salz, Speisesoda, doppeltkohlensaures Natron, Kaiser Natron, oder Natriumbicarbonat?

Alle diese Bezeichnung bestehen aus Natriumhydrogencarbonat und nichts anderem.

Alle anderen Bezeichnungen sind veraltete und unzutreffende Bezeichnungen für das gleiche Produkt!

Was ist Waschsoda?

Hier geht es dann schon kräftig an das eingemachte, dieses tatsächlich zur Anhebung der Karbonathärte zu empfehlen, was leider auch der Fall war.

Waschsoda ersetzt Heute in Pulverform das früher übliche wasserhaltige Kristallsoda.

Das heute überall erhältliche Waschsoda in Pulverform ist 2,6 mal stärker konzentriert als normales Soda und beinhaltet zudem einen Anteil an Natriumhydrogencarbonat um ein wasserziehen, also eine Verklumpung des Waschsodas zu verhindern.

Waschsoda hat auch nur eine einzige Bezeichnung, nämlich Natriumcarbonat, also NaHCO3
 

Waschsoda wirkt in Wasser sehr stark alkalisch, also als starke Lauge und findet Einsatz in der Industrie als Fettlöser und zur Reinigung von Gefäßen um diese keimfrei zu machen. 

Im Haushalt zum einweichen stark verschmutzer Wäsche oder als Allzweckreiniger.

Ein Super Produkt also für das Aquarium!

Schutzmaßnahmen bezüglich Soda sind u. a. Gummihandschuhe, da die Haut entfettet wird.

Was passiert da erst durch Zugabe von Waschsoda mit unseren Fischen im Aquarium, mit Lipiden, Enzymen und vielem mehr?

Es ist bekannt, dass Waschsoda zum entfernen von Algen, oder zur Holzkonservierung eingesetzt wird und das härtebildnende Mineralien damit ausgefällt werden.

Das hatten wir doch schon in Bezug auf das Natriumhydrogencarbonat und damit sind wir wieder bei diesem Thema.

 

Was ist Natriumhydrogencarbonat?

 

Sie ahnen es schon, es ist wieder nahezu das gleiche, nämlich Natriumcarbonat in Form von NaHCO3.

Es ist also ebenfalls ein reines Natriumsalz in Verbindung mit Kohlensäure und wirkt in Wasser ebenfalls als Lauge.
Wenn auch schwächer als Waschsoda, aber trotzdem noch mit Ausfällung härtebildnender Mineralien.

Auch dieses wird als mildes Reinigungsmittel verwendet, macht eingebrannte Töpfe blitzsauber, streut man das Pulver darauf und lässt es einwirken.

Wie Waschsoda wirkt es, wenn auch schwächer entkeimend, tötet Pilze und Kleinlebewesen ab.

Die Ägypter verwendeten es schon vor Jahrhunderten als Waschmittel, wendeten es zum bleichen und gerben und zur Mumifizierung Ihrer toten Pharaonen an.

Es hat also Geschichte, unser Natron, Natriumcarbonat, oder wie immer man es nennen möchte.

Wir verteufeln dieses phantastische Produkt nicht und auch nicht als altbewährtes Mittel im aquaristischen Einsatz, wenn das natürliche Verhältnis der Wasser-Parameter beachtet werden.

Mit dem Wissen wie Probleme im Aquarium entstehen, weisen wir darauf hin, dass Natriumhydrogencarbonat alleine keine wichtigen Wasser-Parameter ersetzen kann und zu viel Natrium (Salz) kontraproduktiv ist.

Pflanzen haben nun einmal die Natrium-Kalium-Pumpe, und wie diese, abgesehen von vielen anderen Abläufen nur mit Natriumhydrogencarbonat und Gips als Magnesium funktionieren sollen ist biologisch nicht vertretbar.
 

Kalium ist der wichtigste Cofaktor der meisten Enzyme, unerlässlich für Synthesen und Regulationen in der gesamten Pflanze.

Natrium blockiert die Kaliumaufnahme von Pflanzen.

In den Pflanzenzellen ist die Natrium+- Konzentration über 50 mal geringer als die Kalium+- Konzentration.

Dieser Konzentrationsgratient bewirkt durch die Kaliumkanäle und die ATPase, als elektrogener Antrieb, ist lebenswichtig für die Pflanze - auch für den Menschen.

Damit aber genug von zu viel Fachlichkeit, denn dafür sind andere zuständig.

Von Mangel an Calcium, welches durch Waschsoda stark und durch Natriumhydrogencarbonat schwach ausgefällt wird, redeten wir noch gar nicht.

Ach ja, Osmosewasser wird ja nur mit Natriumhydrogencarbonat und vielleicht noch Gips ausgehärtet.

Da kann natürlich kein Calcium ausgefällt werden, denn was nicht da ist wird auch nicht ausgefällt.

Calcium ist für die Pflanze neben Nitrat, Kalium, Magnesium, Phosphat und Eisen eines der wichtigsten Elemente.

Calcium reguliert und steuert Bewegungsabläufe, festigt die Zellwände, stabilisiert die Membranen und das ganze natürlich auch über Calcium-Kanäle und es handelt sich in Verbindung mit den Kalium Ausführungen oben um ein zusammenhängendes System.

Eine Hemmung des einen bringt weitere Hemmungen mit sich.


Unglaublich, dass man dem Aquarianer weis machen will, dass Natriumhydrogencarbonat und Gips ausreichend zur Wasseraufbereitung sind!     

Wie wird Natriumhydrogencarbonat (Soda; Waschsoda, Bullrichsalz, Kaisernatron, etc.) überhaupt hergestellt?

Das gesamte Natriumhydrogencarbonat in Europa wird aus (NaCl) Natriumchlorid (Solvay und anderen Verfahren) hergestellt!

Hierbei wird dem Natrium das Chlorid entzogen und durch das Carbonat ersetzt, sodass das Endprodukt nicht mehr Natriumchlorid, sondern Natriumcarbonat heißt.

Kurz erklärt kommt die obige Mischung in einen Behälter. In diesem wird durch Erhitzung das Chlor (Chlorid) entfernt.

Das Natrium wird über eine Rohrkühlung ebenfalls aus dem Behälter entfernt und das Calcium verbleibt in diesem.

Das Solvay Verfahren funktioniert etwas anders und ist auf Wikipedia sehr gut beschrieben.

Erstaunlich ist bei beiden Gewinnungsmöglichkeiten, dass das Calciumchlorid ein unvorstellbar großes Abfallprodukt ergibt.

Dennoch gilt für die Verfechter der Salz-Zugabe in Aquarien, mittels Natriumchlorid, (Kochsalz) dass Chlorid ab 50 mg/l das Pflanzenwachstum beeinträchtig und ab 100 mg/l stagnieren läßt.

Daran ist auch nichts zweifelhaft.

Nach obigen Ausführungen ist jetzt sicher auch nicht mehr zweifelhaft, dass es sich bei Soda, Natron, oder Natriumhydrogencarbonat um Natrium (Salz) handelt.

Was passiert mit diesem Salz Natriumhydrogencarbonat nun im Wasser (Aquarium)?

Ganz einfach, das NaHCO3 zerfällt in Wasser komplett, so wie alle Salze in Ionen und im Wasser gelöst sind dann Na+ und HCO3-.

Das Salz Na+ reagiert gar nicht, bleibt wie es ist, als Salz in Lösung, aber das HCO3- reagiert stark, indem es sehr viele H+ Ionen bindet.

Es findet dabei also eine gravierende Ionenverschiebung von H+ zu OH- Ionen statt.

In neutralem Wasser mit pH 7 liegen gleich viele H+ und OH- Ionen vor.

Durch Zugabe einer Säure werden die H+ Ionen mehr und die OH- Ionen weniger.

Umgekehrt verhält es sich mit Zugabe einer Lauge, zu der Natriumhydrogencarbonat reagiert, wobei die OH- Ionen gegenüber den H+ Ionen überwiegen.

 

Natriumhxdrogencarbonat reagiert also basisch im Wasser, weil es die H+ Ionen verringert.

 

Bei Wikipedia ist das sehr gut beschrieben und man findet dort auch die Erklärung warum Calcium mittels Zugabe von Natriumhydrogencarbonat ausgefällt wird, sofern gemäß unseren Top Beratern überhaupt welches im Wasser ist.

Bei Lösung im Wasser haben wir nun also sehr viel Natrium und und HCO3- im Aquarium, wobei hier durch das Natrium natürlich auch der Leitwert und der osmotische Druck des Wassers erheblich ansteigt.

Bicarbonat = HCO3, Kohlensäure H2CO3-, gelöst in Wasser ergibt sich daraus H2O + H2CO3 <--> H3O+ + HCO3- 

Der leitwert, direkt mit dem osmotischen Druck des Wassers in Zusammenhang stehend, ist in der Aquaristik ein überaus wichtiger Wert und sollte Fischen und Pflanzen gerecht werden.

In den Amazonas-Regionen wird selten ein Leitwert von über 100 µs zu finden sein und der Leitwert des Malawi Sees liegt auch nur zwischen 200 und 300 µs

Mit Natriumzugabe erhöhen wir den Leitwert von Osmosewasser auf 1 g/l Wasser auf ca. 2000 µs

Nicht weit weg von der Natronlauge mit ca. 2500 µs bei gleicher Menge.

Wie war doch gleich die Dosierangabe der Experten in Gramm, bzw. Teelöffel?

Dazu noch alle anderen Salze des Aquariums, die den Leitwert bestimmen und schon ist man schnell in einem für Fische und Pflanzen nicht mehr zuträglichen Bereich.

In Bezug auf die Fische und Tierquälerei ist der Artikel von Norbert Dörre sicher nicht uninteressant.

Auch für tropische Wasserpflanzen gilt, dass der Leitwert des Wassers nicht über 600 µs liegen sollte, da höhere Leitwerte die Kapillaröffnungen verengen und die Pflanzen nicht mehr ausreichend Nährstoffe, sowie CO2 aufnehmen und die Pflanzen nicht mehr ausreichend assimilieren können.

 Alles Quatsch mit dem Weichwasser - oder was?

Für wen sind eigentlich diese falschen Tipps, die KH rein mit Natriumhydrogencarbonat auf zu härten eigentlich gedacht?

Richtig, für die Osmose oder Vollentsalzer-Nutzer, also zur Weichwasseraufbereitung, da meist in Deutschland Leitungswasser nicht für Weichwasserfische und Pflanzen aus Weichwassergebieten stammend geeignet ist.

Selbst zur Wasseraufbereitung für Malawi oder andere oder andere derartige Fische ist es paradox alle physiologischen Aspekte ignorieren zu wollen.

Nicht einmal in pflanzenfreien Aquarien macht es Sinn, da auch die Fische diese lebenswichtigen Stoffe, wie Kalium, Calcium und Magnesium brauchen. 

Den relativ hohen Salzgehalt durch Natrium im Wasser und die Ausfällung von Calcium (sofern vorhanden) herunter spielen zu wollen macht einfach sprachlos.

KH Plus kann durchaus zu einem Teil aus Natriumhydrogencarbonat bestehen, sofern auch Kalium und Calcium-Salze, die rein nur die KH und nicht die GH erhöhen Bestandteil dessen sind. 

1.)

"Bei Pflanzen spielt Natrium hingegen eine untergeordnete Rolle. Während Kalium für alle Pflanzen und die meisten Mikroorganismen essentiell ist.
Wird Natrium nur von einigen C4- und CAM-Pflanzen benötigt, von C3-Pflanzen in der Regel jedoch nicht.

(Bei unseren Aquarienpflanzen handelt es sich in der Regel um C3 Pflanzen!)

Je nach Standort haben sich aber davon unabhängig Pflanzen entwickelt, die von einer Natriumaufnahme profitieren können.
Diese Pflanzen, Halophyten genannt, kommen besonders in Küstenregionen oder anderen Gebieten vor, in denen der Boden eine hohe Natriumkonzentration aufweist.

Halophyten wie die Zuckerrübe, Kohl und viele C4-Gräser sind salztolerant, da sie das Natrium aus dem Zentralzylinder heraus in die Vakuolen der Blattzellen transportieren können, wo es als osmotisch wirksames Ion für eine Erhöhung des Turgors sorgt und dadurch statt des Kaliums die Zellstreckung und das Blattflächenwachstum positiv beeinflusst.

Natrium substituiert damit zu einem Teil Kalium, zu einem anderen Teil wirkt es aber auch zusätzlich wachstumsfördernd.

Pflanzen, die Natrium nicht aus dem Zentralzylinder heraus in die Blattzellen transportieren können, akkumulieren es im Xylemparenchym.
Zu diesen sogenannten natrophoben Pflanzen gehören u.a. Buschbohne und Mais.
Das Natrium, gelangte es in die Blattzellen, könnte nicht in die Vakuolen transportiert werden, sondern verbliebe im Zellplasma (Cytosol) und würde dort das für die Bildung von Polymeren wichtige Kalium verdrängen.(natriuminduzierter Kaliummangel).

Dieses führte schließlich zu einer Hemmung der Photosynthese.
Die Akkumulation von Natrium im Zentralzylinder der Wurzel und im Stengelgewebe wirkt sich aber bei hoher Natriumkonzentration negativ für die Pflanze aus.
Durch die Erhöhung des osmotischen Wertes wird sie bei der Wasseraufnahme und dem Wassertransport behindert.
Es kommt zu einer Wasser- und Nährstoffunterversorgung der Blätter, was zu einer Verringerung der Photosyntheseleistung führt"

2.)

"Im Organismus sind die Na+-Ionen nicht gleichmäßig verteilt, vielmehr sind, wie bei den anderen Ionen auch, die Konzentrationen inner- und außerhalb der Zellen stark verschieden.
Dieses Konzentrationsgefälle von Na+- und Cl−- (überwiegend außen), K+- sowie organischer Anionen (überwiegend innen) bedingen den Großteil des Membranpotentials lebender Zellen.

Dieses Membranpotential und die Ionengradienten sind für die meisten Zellen überlebenswichtig.

Da die kleinen anorganischen Ionen wegen der Konzentrationsunterschiede dauernd in den Nachbarbereich wandern, bedarf es eines aktiven Prozesses, der dem entgegensteuert.
Die wichtigste Rolle spielt dabei die Natrium-Kalium-Pumpe, die unter Energieverbrauch Na+- und K+-Ionen immer wieder zurückpumpt."

Quelle Wikipedia:

So, wenn auch komplizierter dargestellt, wird es auch auf entsprechenden Universitätsseiten und in biologischen Fachbüchern erörtert.

Das für Fische und Pflanzen essentielle Kalium und Calcium wird einfach unter den Tisch gekehrt und Sachargumente gegen reine KH Erhöhung mit Natriumhydrogencarbonat werden versucht lächerlich zu machen.

Erfreulicherweise meldeten sich auch andere, akzeptable und vernünftige Stimmen zu Wort, die man mit rhetorischem Getue nicht einschüchtern konnte.

Übrigens ist Aquarichtig unseres Wissen nach der einzige Anbieter von Ionenaustauschern zur Nitratentfernung, der auch entsprechend darauf hinweist, dass Austauscher die mit Kochsalz aufbereitet werden auch das Wasser mit Natrium und Chlorid belasten.

Wir sind keine Chemiker oder Biologen sondern u. a. Aquarianer die aus langjähriger Erfahrung Probleme und Ursachen kennen.

Wissenschaftlich fundiert bedeutet also nicht, dass wir Wissenschaftler sind, sondern uns auf  Arbeiten, wie der Universitäten Hamburg und Würzburg stützen, auch teils von Studierenden unterstützt werden.

Zu diesem Thema hier spricht der beweisbare Erfolg unserer Kunden Bände, dass Algen verschwanden und Pflanzen plötzlich wuchsen, nachdem alle wichtigen Elemente zugefügt wurden.

Aktuell noch eine E-Mail, die heute Morgen, 05.07.12 am Tag dieser Einstellung, um 9.57 Uhr eingegangen ist.

Nachricht von Herrn Z auf Bestellung:

Das runderneuerte 300 Liter Becken ist mein erstes mit AQR Bodengrundmischung und ausschließlicher Zeolithfilterung. Was soll ich sagen: Wasser ist klar, Werte sind top, Pflanzen wachsen wie verrückt und prod. sogar Sauerstoffüberschuss. Das begeistert so, dass ich nun die beiden kleinen Becken auch umstellen werde.

Durch den Torf hoffe ich, den pH noch unter 7 senken zu können. liegt jetzt bei ph 7,2-7,5 und kH 6.

Liebe Grüße aus W

Frank Z

Für solche Resonanzen wie oben arbeiten wir und natürlich auch um zu leben, aber nicht um jeden Preis, denn unsere Gesinnung ist eine andere als die von so manchen mit beschränkter Denkweise, die uns mit Unterstellungen schaden wollen.

Tatsache ist, dass der Salz-Stress für unsere tropischen Weichwasserpflanzen  wesentlich geringer ist als für submerse Wasserpflanzen aus unseren Regionen.

Darum, weil sich die tropischen Wasserpflanzen über Jahrmillionen auch an die salzarmen Gegebenheiten ihrer Ursprungsregion anpassen mussten.
Wie sehr, das kann man an den Wasserwerten über den Link zu den Ausführungen von Norbert Dörre gut erkennen.

Ob man Fische aus tropischen Gebieten in Salzlake halten oder gar nachzüchten (was nur in seltensten Fällen überhaupt gelingt) sagt nichts darüber aus ob diese unter ständigem Salzstress stehen oder nicht.
Wir behaupten doch und viele Fachautoren sind ganz genau der gleichen Meinung!

Unsere tropischen Wasserpflanzen sind keine Salzpflanzen, die sich an salzreiche Standorte anpassen mussten, auch nicht von Heute auf Morgen natürlich.

Wenn Pflanzen in einem Aquarium nicht kaputt gehen, ab und zu mal ein neues Blättchen bekommen, so bedeutet das nicht, dass diese gut da stehen.
Pflanzen sind auch wahre Überlebenskünstler und können über Monate unter schlechten Bedingungen im Aquarium stehen ohne zu wachsen oder ein zu gehen.

Die wenigsten Aquarianer erlebten je eine Echinodorus-Blüte und diejenigen, die solchen Tipps folgen werden diese auch niemals erleben.

Vielleicht gibt der Artikel hier ja etwas zu denken!

Wirkungen des Salzes auf die Pflanze

Die Wirkungen des Salzes werden auf drei Ebenen sichtbar. Bei Nichthalophyten führt dies zu Schädigungen,

während die Halophyten durch unterschiedliche Mechanismen angepasst sind.

1. Osmotische Effekte erschweren die Wasseraufnahme aus dem salzigen Medium (physiologische Trockenheit).

2. Durch den Überschuss an Natrium kommt es zu einer Ionen-Imbalance. 

Da die lebenswichtigen Ionen wie Kalium,Calcium und Stickstoff von nicht angepassten Pflanzen nicht mehr in ausreichenden Ausmaß aufgenommenwerden können.
Es kommt zu einem durch Natrium induzierten Kaliummangel.

3. Salz-Ionen haben auch spezifische Effekte auf verschiedene Stoffwechselbereiche. Beispiele sind die Hemmung des Proteinstoffwechsels, eine Erhöhung der Aktivität des Pentosephosphat-Zyklus und eine Verminderung der Glykolyse.

Unter den Bodensalzen weist Natriumchlorid die größte Toxizität und an den meisten Standorten auch den größten Anteil auf; darauf folgen, nach Stärke der Giftwirkung,  Calciumchlorid,  Magnesiumchlorid,  Natrium und Magnesiumsulfat. 

Auch alles Quatsch, oder was?

Ach ja,  die Menge macht das Gift und ein paar Löffelchen Kochsalz oder ein bißchen Natrium mehr oder weniger sind ja nicht schlimm.
Löst sich ja im Wasser auf und ist dann wohl weg, oder wie war diese Argumentation zu verstehen?

Damit blenden wir das Kasperletheater aus dem Foren dann auch hier aus und widmen uns wieder anderen Dingen, denn selbst Gott könnte gegen solche Borniertheit nichts ausrichten.

Wir müssen nichts richtig stellen, denn wir sind richtig, aquarichtig, weil wir uns auf wissenschaftliche Abhandlungen, für Jedermann nach vollziehbar stützen. 

 

 

N

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