Nitrat ist wichtig für Pflanzen, nicht nur im im Aquarium. 06.09.2012 16:27

 

Nitrat ist für Pflanzen lebenswichtig!

 

Zu dem ehemaligen "Artikel Hirschhornsalz zur Düngung" von Aquarienpflanzen gab es natürlich wieder heiße Diskussionen, wobei besonders die Forum-Allwissenden mächtig auf die Pauke hauten.

Wegen dem doch recht langen Inhalt dieses Artikels fassten wir diesen in dem zweiten, neuen Artikel  "Ammonium und Ammoniak im Aquarium" zusammen.

Der Leser möchte schließlich Informationen und keine Stellungsnahmen oder Richtigstellungen gegenüber irgendwelchen Forum-Spinnern die glauben die Weisheit mit Löffeln zu sich genommen zu haben.
 
Bezüglich des Artikels hier nahmen wir Kontakt zu Thomas auf, um sicher zu sein, gegebenenfalls auch um uns zu korrigieren, da wir uns anderen Meinungen gegenüber nicht verschliessen ohne ganz sicher zu sein. 


 

Ist Nitrat essentiell für Pflanzen oder nicht?

 

Thomas, inzwischen kein Student mehr, sondern Biologe, schrieb dazu:
Interessiert nahm ich die Diskussion zur Kenntnis, die ich aus Zeitgründen allerdings nur überfliegen konnte.
Wie die Experten dies außen vor lassen, respektive auf diese wichtige Frage nicht eingehen ist allerdings sehr merkwürdig.
Überall in der botanischen Lehre ist dies mühelos für wirklich Interessierte heraus zu finden.
Nitrat ist essentiell für Pflanzen und kann weder durch Ammonium, noch durch Urea als Ersatz für wichtige Funktionen dienen.
Dies beantwortet sich schon dadurch, dass es sich bei Stickstoff in Form von Ammonium um ein Kation und bei Stickstoff in Form von Nitrat um ein Anion handelt.
Im inneren der Pflanze ist ein Kationen-Anionen-Gleichgewicht von Priorität für den Stoffwechsel und viele Funktionen.
Ein Überangebot eines Elementes führt zu Verdrängungsmechanismen und damit zu Blockaden wichtiger Aktivierungs-Regulations-Stellen.
Entsprechende Mangelauffälligkeiten  sind unter Umständen ein längerer Prozess, oft vergleichbar mit vireninduzierten Pflanzenschäden.
Theorie und Praxis unterscheiden sich oft nur durch kleine, aber sehr erhebliche Merkmale.
Düngung von Ammonium unter den angeführten Bedingungen läuft letztlich auf eine Düngung mit Nitrat durch sehr schnell tätig werdende Mikroorganismen hinaus.
Ammonium-Düngung von Wasserpflanzen im Aquarium oder aquatischen Gewässern generell, funktioniert also nur kurzzeitig, führt allerdings bei einem Überangebot zu anderen Problemen.
Die Reduzierung von Ammonium zu Nitrat hat durchaus seinen Sinn, denn Nitrat ist ein wichtiger Bestandteil vieler Biosynthesen.
Halten Sie sich weiterhin an die Biologie-Seiten der  Uni Hamburg.

Tun wir natürlich, denn auch die Uni Hamburg schreibt eindeutig dazu:

"Die Versuche ergaben, daß die Kationen Kalium, Calcium, Magnesium und in geringen Mengen Eisen (II) (oder Eisen (III)) sowie die Anionen Sulfat, Hydrogenphosphat (oder Phosphat) und Nitrat (ausdrücklich Nitrat und nicht Stickstoff, weil Ammonium eben kein Anion ist) für das Wachstum und das Überleben der Pflanzen essentiell sind. Hinzu kommen Sauerstoff, Kohlendioxyd und Wasserstoff, die der Luft, respektive dem Wasser entnommen werden (Atmung, Photosynthese).
Quelle:

http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d16/16a.htm

Hierzu wurde von den Hirnis doch tatsächlich konstruiert, dass dies die Meinung von Sachs vor über 100 Jahren gewesen sei.
Einfach phantastisch, dass dies die Uni Hamburg so Heute noch als richtig stehen lassen würde, wenn es denn falsch wäre.

Weil wir Ihnen alles wirklich gut und richtig erklären möchen nahmen wir Kontakt zu einer anderen Quelle auf um mehr über die Auswirkungen zu erfahren.
Gerne würden wir auf diese Quelle verweisen, dürfen es aber nicht, da wir vor einigen Jahren eine Unterlassungs-Erklärung an eine Universität abgeben mussten.
Hier zittierten wir die Uni und die entsprechende Fach-Abteilung.
Dies wurde uns vermutlich wegen einem Mitbewerber untersagt, da einzelne Mitarbeiter nicht die gesamte Universität representieren würden.


 

Zu viel Ammonium schädigt Pflanzen eindeutig!

 

Sicher ist, dass bei einem Ammonium-Überschuss ein übermässiges Wachstum der Länge mit Verweichlichung der Triebe und weichen Blättern statt findet.
Gerollte Blätter beschreiben ja einige Aquarianer welche die Ammonium-Düngung aus probierten.
Die Zellen werden ebenfalls verweichlicht und durch den Überschuss an löslichen Ammino-Säuren kommt unter anderem es zu einer Minderung von Lignin, wichtigen Phenolen und Phytoalexinen 

 

 

 

 

 

Was ist mit diesen Aussagen und vielen gleichartigen?

Eine auschliessliche Ammonium Ernährung birgt für die Pflanze eine Vielzahl negativer physiologischer Konsequenzen.
(Schulze aus dem Lehrbuch 2002, über jeden Zweifel erhaben)
Link zur Buchbeschreibung, welches sich auch in unserem großen Bestand befindet:
 
Nitrat ist also an und für sich nichts schlechtes, im Gegenteil, es ist essenziell für Pflanzen. Ist allerdings ein starker Überschuss (Eutrophierung) an Nitrat vorhanden, wird sehr viel Sauerstoff verbraucht.

Es wird zu viel neue Biomasse gebildet, die auch wieder zu totem organischen Material wird, das ebenfalls abgebaut werden muss, was wieder Sauerstoff verbraucht.
ist kein Sauerstoff mehr da, laufen nur noch anaerobe Prozesse ab bei denen giftige Stoffe wie Schwefelwasserstoff, Methan oder Ammoniak entstehen können. Dann spricht man vom Umkippen des Gewässers.

Auch wenn Sauerstoff vorhanden ist, führen einige, im Aquarium wenige Bakterien Nitrat-Atmung durch.
Dabei wird Nitrat zu elementarem Stickstoff reduziert, der wieder in die Atmosphäre gelangt, was den Kreislauf schließt.


Auch Urea-Düngung wird in Foren als Wachstums-Wunder an gepriesen.
Fische scheiden Harnstoff aus. Der darin enthaltene Stickstoff ist in dieser Verbindung - Harnstoff - für die Destruenten jedoch nicht nutzbar. Also muss er erst nutzbar gemacht werden. Dafür wird Harnstoff ammonifiziert, d. h. in Ammoniak umgewandelt. Dieses können die Destruenten nun über Nitrit zu Nitrat oxidieren.
Dafür müssen aerobe Bedingungen herrschen. 

Quelle:
http://www.abiunity.de/print.php?threadid=18388&page=1&sid=

Nitrat ist eine wesentliche Stickstoffquelle und ein essentieller Nährstoff für Pflanzen und somit für das Wachstum unentbehrlich.
Quelle:
http://www.lanuv.nrw.de/landwirtschaft/nitrat/stickstoffimboden.htm

Den von mir angeblich unterschlagenen Link zur Ammonium-Assimilation suchte ich allerdings vergeblich auf den Uni-Seiten.
Natürlich gibt es auch eine Ammonium-Assimilation, aber wir reden doch von Wasserpflanzen denen in der Regel Nitrat im Überfluss zur Verfügung steht und nicht von nitratarmen Böden. 

Dass Aufnahme von Nitrat und Ammonium, dem natürlichen Stickstoffkreislauf entsprechend, nicht kontraproduktiv ist und geringe Mengen von Ammonium, bei der Mineralisierung entstehend, zuträglich sind, steht auf einem völlig anderen Blatt.
Klar ist aber, dass zu viel Ammonium diverse Membranen durch zerstörte Protonengradienten schädigt.   

Auffallend in dem Schlau-Forum war, dass gleich zwei User über geringe Nitratwerte berichteten.
Klar, dass Pflanzen unter solchen Umständen mit Ammoniumdüngung, durch Wandlung in Nitrat schnell mit Wachstum reagieren würden.

Der erfahrene Aquarianer weiß, dass eine Ammonium-Zugabe in einem Aquarium gar nichts bringen würde, da das Ammonium von  den aeroben Bakterien Nitrobacter/Nitrosomonas über Nitrit zu Nitrat oxidiert wird.

Im Falle von Nitratmangel könnte man diese Maßnahme noch bei pH-Werten unter 7,0 verstehen, da das Ammonium zu Nitrat oxidiert wird.
Ein Aquarium mit Nitrat-Werten von 10 mg/l oder höher noch zusätzlich mit Ammonium zu belasten ist mehr als widersinnig.


Auf weiteres hier ein zu gehen ersparen wir Ihnen gerne.
Wir bieten kein Zeolith an um Nitrat zu eliminieren, sondern lediglich um einen zu schnellen Nitrat-Anstieg durch die Aufnahme von Ammonium zu verhindern um Wasser-Wechsel-Intervalle zu verlängern!

Nitrat ist das wichtigste Element für gesundes Pflanzenwachstum.

Nitrathemmung bedeutet nichts anderes als den natürlichen Stickstoffkreislauf überlisten zu wollen und wie die Natur auf Eingriffe reagiert wissen wir alle.
Alles eine Frage der Zeit.
Wir reden von Wasserpflanzen, mit geringster Ammonium/Ammoniak-Toleranz im Aquarium und andere machen ein Fass bezüglich Reis und Getreide auf 

Unten noch einmal ein Überblick, der zeigt was Thomas, bezüglich Blockaden von Aktivierungs-Regulations-Stellen gemeint hat.

Ammonium verhindert die Bildung von Kohlehydraten welche die Pflanze unbedingt zur Entgiftung bei Ammoniumaufnahme benötigt.
Magnesiumaufnahme wird durch Ammonium verhindert.
Kalium, neben Nitrat und Phosphat das wichtigste Nährelement für Pflanzen wird bei Ammoniumaufnahme aus der Pflanze verdrängt.
Um Ammonium zu verarbeiten steht die Pflanze unter schädlichem Dauerstress und ist Ammonium im Wasser nachweisbar sind auch entsprechende Schädigungen/Mangelerscheinungen/Degenerierungen zu erwarten.
Auf keinen Fall verkraftet die (Wasser) Pflanze unbeschadet Zudüngung von Ammonium.
Geben Sie bei Google "schmale Blätter Ammonium" ein und Sie werden sich über die Informationen, auch aus Foren, wundern. 

Interessant vielleicht noch diese Meinung: (eine von vielen gleichartigen)
"Der einzige Stoff, der zum Algenwachstum führt, ist Ammonium (NH4+), dieser kann schon in geringem Maße für einen Algenausbruch verantwortlich sein."
"Ich habe das auch vermutet. Mein Becken wahr schon mit; Fe 0,5 mg/l, Po4 7mg/l und es nichts von Algen zusehen. 
Als ich Eudrakon N doppelte Dosierung dosiert hab, hab ich gleich Algen blüte gehabt."
 
Hier noch ein Bild und eine Meinung eines aquafalsch beratenen Kunden dessen Becken mit Zeolith, ohne Ammonium oder Urea Düngung besser da steht als wahrscheinlich die meisten Aquarien unserer tollen Kritiker. 
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=423374527698305&set=o.129294753806587&type=1&theater

Oh Wunder, auch Michael filtert über Zeolith und seine Pflanzen wachsen schön, obwohl Zeolith diesen doch alle Nährstoffe entziehen soll.
 

 




 
 

 

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Kommentare

Hallo Herr Dennis F. Ich habe hier auf diesen Seiten schon sehr viel über Sie und von Ihnen gelesen. Für mich sind Sie ein echter Zauberer. Gruß Bernd M.

Bernd M., 28.02.2014 16:04

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