Vollentsalzer richtig mit Salzsäure und Ätznatron (NaOH) regenerieren 22.02.2017 19:26

Vollentsalzer-Ionenaustauscher richtig, mit Salzsäure und Ätznatron (NaOH) regenerieren.

Wie zur richtigen Wahl der Vollentsalzer, ob stark sauer, oder stark basisch gibt es auch viele unterschiedliche Anleitungen zur Regenerierung der Geräte.

Hier ist die Stärke der jeweiligen Regenerierlösungen ein wichtiges Kriterium für die Kapazität der Geräte nach Regenerierung.

 

Auch hier gibt es verschiedene Angaben zum ansetzen der Regenerierlösungen und nicht alle bringen das gewünschte Ergebnis.

 


Die richtige Menge Wasser und die richtige Menge Salzsäure oder Ätznatron ist entscheidend, 


Oft erleben wir es, dass Nutzer von Vollentsalzern bei uns neue Harze kaufen wollen weil Sie mit dem Ergebnis nicht mehr zufrieden sind.
Wir verkauftem keinem, der diesbezüglich anfragte neue Harze, da diese in kurzer Zeit, von Monaten oder 3 Jahren nicht so starke Einbußen der Kapazität haben können.
Hier half der richtige Rat, wie in dem Artikel über einfache Regenerierung der Vollentsalzer angeführt.

 

Die industrielle Wasseraufbereitung in Großanlagen würde sich wirtschaftlich auch gar nicht lohnen wenn die Harze so schnell an Kapazität verlieren würden.
Auch hier sind die Harze über viele Jahre hinweg im Einsatz.
Ein Mitarbeiter eines Kraftwerkes schrieb uns dazu, dass die Harze nicht kaputt zu bekommen sind und selbst ein Überfahren der Anlagen wieder in den Griff zu bekommen wäre.

Auf den richtigen Umgang kommt es also an.

 

Was ist der richtige Umgang mit Ionenaustauscher Harzen?

Eindeutig die richtige Regenerierlösung die weder eine Unter, noch eine Überregenerierung der Harze bewirken sollte.
Verlässliche Angaben über die richtige Konzentrationen sind hier kaum zu finden, denn diese variieren auch in den Datenblättern der Hersteller, abhängig von den Betriebsbedingungen.




Regenerierung Kationen Harz stark sauer mit technischer Salzsäure 5-10 %

Regenerierung Anionen Harz schwach basisch mit 3-5 % Natronlauge.

Regenerierung Anionen Harz stark basisch mit 4-6 % Natronlauge.


 

Auch die Kontaktzeit mit den Lösungen ist ein Kriterium die laut Hersteller Angaben zwischen 30 und 50 Minuten liegen sollte.
Nach allgemeiner Erfahrung von uns reichen 40 Minuten, mit Verbleib der Restlösung von 15 Minuten im Gerät vor Spülung, für unsere Betriebsbedingungen aus.

 

Es war nicht einfach eine kompetente Chemiker-Aussage zu der optimalen Regenerierung der Vollentsalzer zu unseren Betriebsbedingungen zu erhalten.
Die nach diesen Vorgaben erreichten Kapazitäten sprechen für sich.
Ganz besonders die stark basischen Harze betreffend. 

 

Regenerierung des Kati erfolgt pro Harzliter mit 2,5 Liter Wasser und 0,8 Liter technischer Salzsäure.
Mit dieser Menge bewegen wir uns im Mittel bei dem weder eine Über noch Unter-Regenerierung, je nach Beladung der Harze zu erwarten ist.


Regenerierung des Ani erfolgt pro Harzliter schwach basisch) mit 2,5 Liter entkarbonisiertem Wasser aus Kati und 105 g Natriumhydroxid (Ätznatron) entspricht.

Für die Regenerierung des stark basischen Anionen-Harzes werden pro Harzliter 2,5 Liter entkarbonisiertes Wasser und 115 g Natriumhydroxid gebraucht.

 

Als besonders effizient wurde auch das Gegenstrom (Aufstrom) Verfahren zur Regenerierung der Harze empfohlen, besonders des stark basischen Anionen-Harzes um hier höchstmögliche Ergebnisse zu erreichen.
Hier ist der Bedarf des Regeneriermittels sogar geringer und für das schwach basische Harz werden 2,5 Liter entkarbonisiertes Wasser und nur 90 g Natriumhydroxid benötigt.
Für die stark basischen Harze 2,5 Liter entkarbonisiertes Wasser und 100 g Natriumhydroxid.

 

Wir publizierten dieses Verfahren schon vor längerer Zeit, wobei ein Mitbewerber dieses nutzte um uns als unglaubwürdig hin zu stellen und dieses Verfahren als Blödsinn ab zu tun.
Da wir es auch deswegen ganz genau wissen wollten, setzten wir uns damit ausführlich, wie zu allen unserer Recherchen auseinander.

Das Gegenstrom Verfahren zur Regenerierung der Harze findet auch ausdrücklich Erwähnung in den Datenblättern aller Hersteller.
Obige Angaben stammen von einem Chemiker der sehr viele Geräte, unter anderem für den medizinischen Bereich regenerierte.

Die Regenerierlösung mit 2,5 Liter Wasser und 0,8 Liter technischer Salzsäure, also gesamt 3,3 Liter für den Kationen-Austauscher begründet dieser damit, dass die Durchlaufzeit der Lösung von 40 Minuten leichter zu gewährleisten ist.
Das gleiche gilt für den Anionen-Austauscher, denn je mehr Regenerierlösung, desto langsamer kann man die Lösung durch die Harze laufen lassen.

Wie schon in dem Artikel zur einfachen Regenerierung der Vollentsalzer erwähnt, wenden sich hin und wieder Nutzer von Vollentsalzern an uns weil die Kapazität dieser im Laufe der Zeit stark nachgelassen hat.

Eindeutig ist dieses auf die Art und Weise der Regenerierung zurück zu führen und hier besonders auf Unterregenerierung der Harze.

Unterschiedliche Angaben zur Regenerierung führen nicht nur zu Verwirrung, sondern auch zu unbefriedigenden Ergebnissen.

Klar ist, dass Anleitungen mit 3 Liter Wasser und 0,5 Liter Salzsäure pro Kationen-Harz Liter nicht die Konzentration ergeben kann die für eine ausreichende Regenerierung nötig sein könnte.
Ebenso wenig 3 Liter entkarbonisiertes Wasser und 80 g Natriumhydroxid für die Regenerierung der Anionen-Harze pro Harzliter.

8-10 % ige Salzsäure-Lösung für den Kationen-Austauscher und 4-5 % ige Lauge für den Anionen-Austauscher sind für ein befriedigendes Ergebnis erforderlich.
Unerheblich dagegen ist die Wassermenge, ob 2,0, 2,5 Liter oder auch 3,0 Liter, solange die Konzentration der Lösung entsprechend hoch ist. 

Wir verwenden die 2,5 Liter Wasser für die jeweilige Lösung und fahren damit eine Durchlaufzeit von idealen 40 Minuten.

Das Gegenstrom-Verfahren zur Regenerierung der Anionen-Harze wirkt dem sogenannten  organic fouling entgegen.
Das bedeutet, dass die Anionen-Harze, besonders die stark basischen, auch eventuell vorhandene Huminstoffe-Huminsäuren aufnehmen die mit Regenerierung nicht mehr völlig entfernt werden können.

 

Gegenstrom-Verfahren bei Regenerierung der Harze bedeutet, dass die Harze im Aufstrom-Verfahren regeneriert und gespült werden.
Die Regenerierlösung wird statt über den Außenanschluss über den Mittenanschluss durch das Gerät gelassen.
Auch hier muss natürlich der stark saure Kationen-Austauscher zur Spülung vorgeschaltet und das Natriumhydroxid in entkarbonisiertem Wasser gelöst werden.

Der Betrieb des Austauschers erfolgt dann wieder wie gewohnt im Abstrom-Verfahren über den Außenanschluss mit vorgeschaltetem Kationen-Austauscher.
Dieses Verfahren ist für den Nutzer kein Mehraufwand und ebenso einfach wie anders herum.

Die beste Empfehlung, besonders für die stark basischen Harze zur optimalen Ausnutzung.
 



 

 

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