Wasserlinsen im Aquarium 23.05.2011 19:37

Wasserlinsen im Aquarium.



Wasserlinsen Wunderwaffen gegen Algen?




Auch Schwimmpflanzen sind sehr häufig ein Grund warum es zu Problemen im Aquarium kommt und dieser Artikel stellt kurz dar warum.

Gasaustausch ist ein größeres Thema und jeder Zentimeter der Wasseroberfläche sollte ungehindert dazu genutzt werden.
Ein ein diesbezüglich interessanter Beitrag zur dünnen Haut des Wassers. 


Oft bekomme ich E-Mails mit dem Hinweis, dass das Wasser doch sehr gut sein muss, weil sich Wasserlinsen und andere Schwimmpflanzen rasend vermehren während die Pflanzen gar nicht wachsen.

Natürlich ist dies auch so gut wie immer verbunden mit immensen Problemen der verschiedensten Algen-Arten.

Wasserlinsen wachsen in jeder Brühe, auch in solcher ider man keine Fische mehr halten sollte.
Indikator für gute Wasser-Qualität ist ein Märchen.

Schwimmpflanzen, auch Mooskugeln werden als Wunderwaffe gegen Algen, als Nitratkiller und Phosphat Ex angeboten.
Aquarianer mit Algen-Problemen ergreifen jeden Strohhalm um die Algen los zu werden.

Dass gerade das Gegenteil der Fall ist soll Ihnen dieser Bericht verdeutlichen, der auch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Sauerstoffmangel im Aquarium steht.

Die Wasserlinsen werden oft auch als nützliche Pflanzen bezeichnet, was durchaus richtig ist denn in der Natur dienen diese als Futter für Fische und für andere Tiere.
Sogar als menschliche Nahrung finden sie Verwendung wegen ihres hohen Gehaltes an wichtigen Stoffen.

Wir wollen Wasserlinsen auch nicht schlecht machen, denn wie jeder Organismus haben auch diese ihren Sinn in der Natur und schützen oft natürliche Gewässer vor Eutrophierung.

Zum Schutz unseres Aquariums und seiner Bewohner sind aber in erster Linie wir selbst da und die gilt es vor allen beeinträchtigenden Faktoren, auch vor Schwimmpflanzen zu schützen.

Sie sind Nährstoffkonkurenten für die submersen Pflanzen und trachten danach anderes Wachstum ein zu dämmen um sich selbst besser entwickeln zu können.

Gerade Wasserlinsen, als die schnellstwachsende Pflanze auf der Erde haben dafür die optimale Technik entwickelt indem sie die gesamte Wasseroberfläche komplett für sich vereinahmen.

So sehr, dass sie den darunter liegenden Pflanzen das nötige Licht für die Photosynthese entziehen.
Pflanzen können unter Wasserlinsen so nur dahin vegetieren, sofern Ihnen durch die Schwimmpflanzen noch etwas Nahrung dafür gelassen wird.



Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass Wasserlinsen als Symbiosepartner der Blaualgen bezeichnet wurden und das ist gar nicht so abwegig.



Schlimmer als die Wegnahme des Lichtes für das gesamte Aquarienmilieu ist aber, dass der Gasaustausch des Wassers mit einer dicken Schicht Wasserlinsen nicht mehr gewährleistet ist.

Viele Pflanzen brauchen auch viel Sauerstoff um erst einmal Sauerstoff zu produzieren.
Dass Sauerstoff in der Nacht durch Sauerstoffaufnahme der Pflanzen ohnehin schon meist bedenklich knapp in dem Aquarium, besonders in der Bodenregion vor liegt, ist schon schlimm genug.

Nicht für die Wasserlinsen, die ja direkt an der Quelle auf der Wasseroberfläche sitzen und den Luftsauerstoff der Atmosphäre aufnehmen können und so danach trachten alles Leben unter ihnen zu ersticken.

Ja, Wasserlinsen en Masse sind Großverbraucher für Nitrat, Phosphat und Mineralien, also auch für alle Düngenährstoffe die wir zugeben.
Aber das sind alle anderen Pflanzen, sofern sie richtig funktionieren können auch und in dem Becken mit unserer Echinodorus Mutterpflanze müssen wir ständig beide Elemente zu düngen weil diese und andere Pflanzen in diesem Becken sofort mit Mangelerscheinungen reagieren.

CO2, Kalium Nitrat, Phosphat und Eisen sind in dieser Reihenfolge die Elemente die Pflanzen mengenmässig am meisten aufnehmen und fehlt nur eines können alle anderen Elemente auch im Übermaß nicht richtig verwertet werden.

Da Nitrat und Phosphatgehalt des Wassers seltenst wirklich tatsächlich für Algen verantwortlich, ein gesundes Maß sogar lebenswichtig für Pflanzen ist.
Auch Phosphat für die Fische und Mikroorganismen lebenswichtig ist, stellt sich doch die Frage warum wir diese wichtigen Stoffe den höher entwickelten Organimen entziehen lassen sollen?

Diese E-Mail schrieb ich einem ratsuchenden Kunden:
"Bei Ihnen fallen mir die Wasserlinsen auf, die Sie auf jeden Fall entfernen sollten, denn es nutzt Ihnen nichts wenn diese wachsen und die Pflanzen unten das nachsehen haben.
Schwimmpflanzen aller Art verbrauchen immens viele Nährstoffe und nehmen den Pflanzen zudem Licht weg."
Antwort sinngemäß:
"Ich habe einen Sprudelstein im Aquarium und einen Difussor der unter den Wasserlinsen Sauerstoff einbringt.
Ich gebe auch viel Dünger zu.
Außerdem gefällt es meinen Fischen wenn diese im Lichtschatten sind."

Ohne weiteren Kommentar!

Doch noch einen und zwar diesen:
Bei übermäßigem Besatz von Schwimmpflanzen kann die Dünge-Ration welche Sie für 7 oder 14 Tage in das Wasser geben schon am ersten Tag restlos verbraucht sein, hier besonders und sehr wahrscheinlich das Kalium und Eisen zuerst.

Aktuell (21.11.2012) rätselten wir mit einem Kunden über 3 Tage hinweg über den Verbleib des Eisens in seinem Aquarium obwohl dieser mit Zugabe von 100 ml nur einen Eisengehalt von 0,1 mg/l erreichte, der am nächsten Tag wieder mit 0,0 mg/l nicht mehr nachweisbar war.

Das gleiche Spiel an den beiden nächsten Tagen und erst Heute erfuhren wir, dass sich Wasserlinsen sattgrün munter vermehrten.

Die Echinodorus darunter bekamen innerhalb von 3 Wochen total gelbe und löchrige Blätter - kein Wunder also.

Putzige Kommentare zu diesem Artikel in einem Forum nahmen wir zur Kenntnis und können über so viel Superhirne und Fachwissen nur ganz breit und blinkend lächeln.

Das Argument, dass Wasserlinsen ja auch viel Sauerstoff abgeben ist lächerlich.
Gerade Wasserlinsen verbrauchen viel mehr Sauerstoff als alle submersen Pflanzen und der Sauerstoff den sie produzieren geht zum größten Teil in die Raumluft , statt über Wasserstoff-Brücken unten in das Becken geleitet zu werden.

Wer Zweifel hat sollte mal bei Wikipedia herein schauen!

 














 

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