pH Wert im Aquarium 05.07.2011 23:52

Der pH-Wert als weiterer wichtiger Parameter für die Wasserqualität.

Reines Wasser (H2O) besteht aus 2 Atomen Wasserstoff und 1 Sauerstoffatom.

Das Wasserstoffmolekül beinhaltet 1 negative Ladung Sauerstoff und 2 positive Ladungen Wasserstoff.

Dadurch ist das Wasser ein gutes Lösungsmittel für Salze an denen es praktisch magnetisch anheften und die Struktur der Salze aufbrechen kann.

So entstehen aus den Salzen Kationen (+) oder Anionen (-) die von den Wassermolekülen gebunden werden können.

pH Veränderungen bewirken die Zugaben von Säuren welche zu H+ Ionen zerfallen und pH senkend wirken.

Basen zerfallen in Wasser zu OH Ionen und der höhere Anteil dieser Ionen bewirkt ob das Wasser sauer (7) ist.

Das war es im Grunde schon, wenn auch kein Preis damit zu gewinnen ist, denn wichtig ist eine verständliche Erklärung statt mit Formeln zu belasten die man überall einsehen kann.

Zu besseren Verständnis für weitere Bedeutungen des pH-Wertes verweisen wir hier aber zusätzlich zu Wikipedia/pH-Wert

Der pH-Wert ist ein maßgebender Faktor für Fische, Pflanzen, sowie Mikroorganismen und um die Bedeutung des pH für diese dar zu stellen bedürfte es einiger Seiten.
Darum nur das wesentlichste.

Das wichtigste zuerst und das ist wieder, dass man keinen Fisch aus Weichwassergebieten mit saurem Wasser (auch keine Nachzuchten) an alkalisches, hartes Wasser gewöhnen kann. Für diese Fische ist es eine lebenslange Qual in solchem Wasser um das Überleben kämpfen zu müssen.

Bedenkenlos werden Diskus, Skalare und viele andere echte Weichwasserfische in Verkaufsanlagen mit oft unglaublichen Wasserwerten gehalten bis sich ein Käufer erbarmt bei dem sie es vielleicht (meistens leider auch nicht) besser haben.

Kein Mensch regt sich darüber auf, obwohl auch dieses Tierquälerei in der übelsten Form ist die der Fisch stumm hin nehmen muss weil er sich nicht beschweren kann.

Über AquaRichtig wird sich dagegen aufgeregt, weil diese es wagen Produkte an zu bieten die wenigstens das Leid dieser Tiere etwas lindern (mit Vollentsalzern sogar beenden) und auch noch dazu mit langatmigen Erklärungen versuchen verständlich zu machen warum und wie diese auf Flora und Fauna wirken.

Schlimmer noch ist, dass sich von AquaRichtig gegen UV Klärer, Bodenheizungen, Nachtabschaltungen, Sandboden, Ozonisatoren, organische Bodengrundmaterialien und derlei weiteren Unfug ausgesprochen wird.

Auch das musste hier in diesem Zusammenhang gesagt sein weil derartige Ignoranz zum Nachteil von Flora und Fauna in Rage bringt, zudem unterstellt wird nur diese Produkte verkaufen zu wollen.

Es gibt durchaus kompetente Meinungen, dass der rote Neon oder ähnliche Fische auch in alkalischem Wasser gut leben könnten, wobei man zu diesem Schluss kommt, dass diese in solchem Wasser mehrere Jahre alt werden konnten.

Wie gut sie in alkalischem Wasser lebten konnte man diese allerdings nicht fragen und ein großes Fragezeichen bleibt hier zudem wegen der Aussage, dass diese sogar regelmäßig, allerdings ohne Eientwicklung abgelaicht haben sollen.

Andere, ebenfalls sehr kompetente Aussagen besagen, dass die Kiemenmembranen gerade dieser zarten Fische in alkalischem Wasser durch nicht in Lösung befindliche Karbonate schwer geschädigt würden.

Zweifellos ist der Neon einer der meistverkauften Aquarienfische und nicht nur darum, weil er schön und preiswert ist, sondern weil diese massenweise in falschem Wasser sterben und nach gekauft werden.

Warum gibt es bei uns wohl nicht derart schöne Zierfische, sondern nur in deren Herkunftsgebieten?

Die Evolution brauchte Millionen Jahre bis sich aus den Meerwasserfischen Süßwasserfische entwickeln konnten, was immense physiologische Veränderungen mit Umstellung des Osmosesystems, usw. mit sich brachte.

Wiederum Jahrmillionen würde es bedürfen um auch in unseren Gewässern eine derart exotische Pracht entstehen zu lassen.

Hier spielt natürlich nicht nur der pH-Wert eine Rolle, sondern alle damit verbundenen Wasserparameter die das (klassische) Weichwasser ausmachen.

Es gibt auf der Welt kein gleichartiges Wasser, auch nicht in Südamerika wo längs des Amazonas in den verschiedenen Fanggebieten auch völlig verschiedene  Wasserzusammensetzungen und pH Werte
(pH 3,5 - 6+) gegeben sind.

Nur eines haben Sie in etwa alle gemeinsam und das ist der Salzgehalt des Wassers mit entsprechend geringem pH-Wert und Leitwert.

Weichwasserfische brauchen einen sauren pH Wert um die Schleimhautfunktionen aufrecht zu erhalten, was bei pH Werten im alkalischen Bereich nicht möglich ist da der Schleimhautschutz empfindlich beeinträchtigt wird.

Mit der Folge, dass Keime eindringen können, denn wie unter Keimdruck im Aquarium beschrieben, sterben sehr viele Fische gerade daran und spezielle Krankheiten (besonders bei Diskus und Barben) haben hier Ihre Ursache.

Häufig stellt man bei Fischen (oft bei Diskus) auch Futterverweigerung fest und dies ist immer ein Alarmzeichen welches nicht selten auf hohe pH-Werte oder pH-Schwankungen zurück zu führen ist.Bekannt ist, dass Fische über die Kiemen Ammoniak ausscheiden und hohe pH-Werte behindern die Ausscheidung des Ammoniaks was zu schweren Kiemenschädigungen und Atmungsproblemen führen kann.

Dies ist öfter der Fall als man glaubt und Fischtod durch Kiemenschädigung ist nichts seltenes.

Bei pH-Werten über 7 vorliegender Ammoniak ist zudem eine nicht zu unterschätzende Gefahr für alle Organismen.

Die Auswirkung des pH-Wertes auf Pflanzen, die wie alle Organismen ein Osmosesystem besitzen sind sehr vielfältig und  stehen pH-Wert abhängig auch in direkter Verbindung mit bakteriellen Tätigkeiten.

Oft belustigt wurde darauf reagiert, dass pH-Schwankungen von sauer in alkalisch Fischen schwer zu setzen (schaden) und nicht anders verhält es sich bei Pflanzen, dass starke pH-Veränderungen diese beeinträchtigen, wie auch in dem Link oben (Pflanzenorgane) in Wikipedia erwähnt.

Hier können wir auch auf weitere Ausführungen über die pH abhängige Verfügbarkeit von Nährstoffen im Boden verzichten, denn im Boden  landet Eisen letztlich in Verbindung mit anderen Elementen und wird von Mikroorganismen wieder zu pflanzenverfügbarem Eisen reaktiviert.

Wie ebenfalls in Wikipedia richtig, unter pH-Wert beschrieben ist, dass bei hohem oder zu tiefem pH eine unzureichende Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen gegeben sein kann.

pH-Wert und dessen Einfluss auf Mikroorganismen ist ein weiterer wichtiger Punkt, denn Mikroorganismen bevorzugen pH-Werte von 6 - 7,5 als optimalen pH-Bereich.

Außerhalb dieser Toleranz können bestimmte Mikroorganismen geschädigt werden oder aber nicht mehr, bzw. nur noch eingeschränkt tätig sein.

Bei pH-Werten von 6,5 - 7 ist die Stoffwechselaktivität, mit der auch eine schnelle Vermehrung, bei zudem noch entsprechender Wärme einhergehend am größten.

Mikroorganismen sind von Wasser abhängig welches für sie ein Transport und Lösungsmittel ist.
Hier denken wir an einen Forenfuchs der lauthals tönte, dass es Mikroorganismen egal sei in welchem Wasser diese leben!

Mikroorganismen bestehen zu ca. 75% aus Wasser und haben auch entsprechenden Anspruch an die Qualität dessen.

In Kläranlagen schwimmen Mikroorganismen für die biologische Wasserreinigung auch nicht in Jauche, sondern hier wird auch darauf geachtet ein neutrales Wasser zu schaffen.
Dies gestaltet sich oft als sehr schwierig, weil durch die pH-Wert senkenden Abbauprozesse durch Mikroorganismen der pH von neutral schnell in zu stark sauer abrutschen kann.

Je nach Spezies der Mikroorganismen liegt die pH-Toleranz allerdings auch höher oder tiefer. Milchsäurebakterien fühlen sich bei pH 3 am wohlsten und wieder andere können bis pH 10 aktiv sein.

Wir reden hier von den Bakterien die sich vorwiegend als gute Geister in unseren Aquarien tummeln.

Diesbezüglich ist auch noch einiger Aufklärungsbedarf nötig, denn es ist einiges anders als uns seit Jahrzehnten die Aquaristik betreffend weis gemacht wird.

Darüber aktuell demnächst unter Nitrifikation aber mehr.

 

 

P

Kommentare

Also für mich als Neuling war das sehr aufschlussreich. Vielen Dank.

Angela D., 19.10.2014 00:27

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